22.11.2012 - Katastrophenschutzübung am Uni-Klinikum Bonn




Das Universitätsklinikum Bonn probte den Ernstfall: am 22.11.2012 hatte eine Katastrophenschutzübung stattgefunden. Das Szenario: ein Busunglück mit 31 Verletzten. Im Einsatz waren rund 150 Ärzte, Pflegekräfte und Techniker des Klinikums.


Um 18:40 Uhr wurde nach Information durch die Feuer- und Rettungsleitstelle der Stadt Bonn der interne Alarm des Universitätsklinikums für eine Großkatastrophe, einen so genannten Massenanfall von Verletzten (MANV), ausgelöst. Ab 19:25 Uhr wurden 31 Verletzte im Notfallzentrum des Universitätsklinikums eingeliefert worden. Es handelt sich um aufwendig geschminkte Verletztendarsteller, die sich entsprechend der ihnen von der Übungsleitung zugewiesenen Verletzungsmuster und der zugehörigen Vitalparameter verhalten und nun unter realistischen Bedingungen versorgt werden. Unter ihnen befanden sich 10 Schwer-, 15 Mittel- und 6 Leichtverletzte.

Die Übung wurde durchgeführt, um zu überprüfen, ob der Krankenhausalarmierungsplan für externe Schadenslagen reibungslos vonstatten geht. Abschließend ließ sich bereits feststellen, dass die Alarmierungskette und die internen Abläufe funktionierten. Alle Beteiligten waren mit großem Ernst bei der Sache und bewiesen, dass sie einem MANV im Ernstfall gewachsen waren und durch eine schnelle und hoch professionelle Hilfe den Opfern helfen konnten. „Übungen dieser Art sind sehr wichtig, da wir als Klinikum der Maximalversorgung auch Anlaufstelle für Schwerstverletzte sind und entsprechende Verantwortung für die Region tragen“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Bonn.

Neben den Einsatzkräften des Universitätsklinikums waren im Rahmen der Übung auch Kräfte vom städtischen Rettungsdienst und den vier beteiligten Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst im Einsatz, welche die Verletztendarsteller mit mehreren Fahrzeugen ins Notfallzentrum des Universitätsklinikums eingeliefert haben.

Abschluss der Übung war gegen 21 Uhr. Bis dahin waren alle an der Übung beteiligten Abteilungen und Funktionen in das Spielszenario eingebunden. So konnten sie feststellen, ob es an ihren Vorbereitungen für den Ernstfall noch etwas zu verbessern gibt.

Eine vergleichbare Übung fand bereits 2011 am Universitätsklinikum Bonn statt. Die wesentliche Erkenntnis daraus war: „Es kommt weniger darauf an, massenhaft Helfer herbeizurufen – sondern vielmehr darauf, nach einem differenzierten Plan zusätzliche Experten zu alarmieren, die die bereits im Einsatz befindlichen Spezialisten gezielt unterstützen“, sagt Alexander Pröbstl, der Pflegedirektor des Universitätsklinikums. Zu seinen Aufgaben als Vorstandsmitglied gehört die Zuständigkeit für die Abteilung Arbeits- und Umweltschutz, die das „Manöver“ gemeinsam mit Notfallmedizinern federführend vorbereitet hat. „Bei der heutigen Übung kommt es uns besonders darauf an, die internen Handlungsabläufe unter realitätsnahen Voraussetzungen durchzuspielen“, sagt er. Der Zeitpunkt der Übung war unbekannt, so dass schon die Alarmierung und das Herbeirufen von zusätzlichen Ärzten und Pflegekräften von zu Hause unter echten Bedingungen stattfand.

Hintergrund
Das Universitätsklinikum Bonn übernimmt Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Mit ca. 5000 Beschäftigten, darunter rund 900 Ärzte, ist es der drittgrößte Arbeitgeber in Bonn. Das Klinikum verfügt über eines der modernsten Notfallzentren in Deutschland mit drei Schockräumen, Notfall-OP (weitere 18 Säle stehen allein im benachbarten Operativen Zentrum bereit), Notfallendoskopie und Notfallherzkatheter. Das Universitätsklinikum Bonn ist als überregionales Traumazentrum zertifiziert und somit jederzeit auf die sofortige Versorgung von Schwerverletzten vorbereitet.