Initiative Qualitätsmedizin (IQM)


Routinedaten, Transparenz, Peer Review – für die bestmögliche medizinische Behandlungsqualität

Als eines der Spitzen-Universitätsklinika in Deutschland mit einer Gesamtzertifizierung nach DIN ISO 9001 nehmen wir als Universitätsklinikum Bonn das Thema Qualität sehr ernst. Deshalb sind wir seit 2015 Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM). IQM ist eine trägerübergreifende Initiative, offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland und der Schweiz. Ziel ist, die medizinische Behandlungsqualität im Krankenhaus für alle Patienten zu verbessern. Der gemeinsame Handlungskonsens der Mitglieder besteht aus folgenden drei Grundsätzen:
• Qualitätsmessung mit Indikatoren auf Basis von Routinedaten
• Qualitätsverbesserung durch Peer Reviews
• Transparenz der Ergebnisse durch deren Veröffentlichung

Damit gehen wir freiwillig weit über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung hinaus und setzen im Interesse bester Medizin und größtmöglicher Patientensicherheit Maßstäbe. Dies beinhaltet auch die regelmäßige Information der Öffentlichkeit über die medizinischen Qualitätsergebnisse.

Qualitätsmessung mit Indikatoren auf Basis von Routinedaten
Die Qualitätsergebnisse basieren auf Indikatoren, die aus gesetzlich vorgeschriebenen Routinedaten (Abrechnungsdaten) erhoben werden und daher ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für die behandelnden Ärzte auswertbar sind. Diese Routinedaten werden von den Krankenkassen überprüft und sind kurzfristig für Qualitätsanalysen verfügbar. Die Qualitätsindikatoren dienen bei einer statistischen Auffälligkeit als Aufgreifkriterium für eine interne Analyse konkreter Behandlungsfälle.

Qualitätsverbesserung durch Peer Reviews
Verbesserungspotenziale bei Behandlungsabläufen und -strukturen erkennen die IQM Mitgliedskrankenhäuser u. a. mit dem Peer Review Verfahren. Trägerübergreifendes Lernen aus Fehlern und kollegiale Beratung unter chefärztlichen Kollegen stehen im Mittelpunkt der Peer Reviews. Anhand konstruktiv-kritischer Analysen konkreter Behandlungsfälle werden gemeinsam Probleme bei Abläufen, Strukturen und Schnittstellen identifiziert und zielgerichtet Verbesserungen umgesetzt.

Transparenz der Ergebnisse durch deren Veröffentlichung
In diesem Jahr veröffentlichen die IQM Mitgliedskrankenhäuser die nach der G-IQI Version 5.0 ausgewerteten Ergebnisse des Jahres 2016.
Zum besseren Verständnis empfehlen wir die Leseanleitung zu den IQM Qualitätsindikatoren auf der Ergebnisseite.
Dort finden sich auch Erläuterungen zu den in den Spalten genannten Begrifflichkeiten wie IQM Zielwert, Durchschnittswert und Erwartungswert.
Bei dem Erwartungswert handelt es sich um einen bundesdurchschnittlichen Wert mit Gewichtung von Alter und Geschlecht behandelten Patienten. Die individuelle Schwere und Komplexität der Erkrankungen, auch durch Mehrfach- und Begleiterkrankungen, wird bei der Ermittlung des Erwartungswertes nicht berücksichtigt, da diese sich nicht immer hinreichend in den Routinedaten für Abrechnungszwecke abbilden lassen.
Universitätskliniken, viele Krankenhäuser der Maximalversorgung und Krankenhäuser mit Schwerpunkten in besonderen Fachbereichen behandeln häufig solche komplexen Krankheitsbilder und Erkrankte, die in anderen Einrichtungen nicht oder nur bis zu einem bestimmten Punkt versorgt werden können, z. B. weil diese Einrichtungen nicht über die notwendige, erweiterte Ausstattung oder ausreichende Erfahrung im Umgang mit diesen Krankheitsbildern verfügen. Deshalb ist die Sterblichkeit bei diesen Krankenhäusern oft etwas höher, als sich allein durch die Berücksichtigung von Alter und Geschlecht erwarten lassen würde.
Bei Erkrankungen oder Operationen mit sehr geringen Sterblichkeitsraten oder kleinen Fallzahlen kann bereits ein schicksalhafter Verlauf zu einem deutlichen Überschreiten der Erwartungs- oder Vergleichswerte führen, z.T. sogar um ein Mehrfaches. Auch die Stratifizierung von Risikofaktoren und die Indikationsstellungen für Operationen müssen berücksichtigt werden.
Die Sterblichkeit kann daher ohne Berücksichtigung dieser Umstände nicht allein als Maßzahl für die Qualität der Versorgung herangezogen werden. Sie dient uns aber als wichtiges Kriterium, um unsere Behandlungsabläufe und Richtlinien speziell in diesen Bereichen zu überprüfen und wo immer möglich weiter zu verbessern. IQM zielt also primär auf Qualitätsverbesserungen und ist nicht einfach nur ein Vergleichsportal für Kliniken.
Im Gegensatz dazu erstellt der Verband der deutschen Universitätsklinika vergleichende Ranglisten. Hier belegt das Universitätsklinikum Bonn Platz 6 hinsichtlich Fallschwere und Platz 5 hinsichtlich des Anteils an Maximalversorgungsleistungen.


Ihre Ansprechpartner bei Rückfragen sind:

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