Hämostaseologie



Bitte beachten Sie, dass bei Verwendung der PDF-Versionen des Anforderungsscheines eine manuelle Beschriftung der Probenröhrchen erfolgen muss, da keine Bar-Code-Etiketten zur Verfügung stehen.


Antikoagulanzienwahl

Die für die Analytik benötigten Antikoagulanzien sind auf dem Anforderungsschein und in der Beschreibung der Testverfahren genannt. Bitte nur diese Antikoagulanzien einsetzen. Bei Schwierigkeiten bitte vorher mit dem Labor Kontakt (+49 (0)228-287 15190) aufnehmen.



Blutabnahme
Punktion einer peripheren Vene
Die Blutabnahme zur Gerinnungsanalytik sollte möglichst durch die Punktion einer peripheren Vene mit nur geringem oder keinem venösen Stau erfolgen, um eine Gerinnungsaktivierung während der Blutabnahme zu verhindern.
In der Praxis ist dies insbesondere bei schwierigen Venenverhältnissen nicht immer zu realisieren. Bitte vermerken Sie daher Schwierigkeiten bei der Blutentnahme auf dem Anforderungszettel (z.B. sehr langsamer Blutfluss, Blutabnahme aus mehrfach frisch vorpunktiertem Gefäß, Gerinnsel; bei Kindern: freies Tropfen aus Punktionskanüle, Gerinnsel, "Melken", etc).
Diese Information sind zur validen Beurteilung/Befundung der Laborergebnisse zwingend notwendig.

Zentralvenöse / arterielle Zugänge
Ist eine Abnahme aus zentralvenösen Zugängen nicht zu vermeiden, sollten 15-20 ml Blut vor der eigentlichen Blutabnahme zur Gerinnungsanalytik abgenommen werde.
Aus Heparin-führenden Zugängen sollte möglichst keine Blutentnahme zur Gerinnungsanalytik erfolgen. Ist dies nicht möglich, empfiehlt sich zur Vermeiden einer Heparinkontamination, den Katheter mit 15-20 ml 0.9 % NaCl-Lösung freizuspülen und das/die Gerinnungsröhrchen erst nach Vorweg-Entnahme von Blut (s.o.) zu befüllen.
Bei arteriellen Zugängen sollte ebenfalls eine ausreichende Blutmenge vorweg abgenommen werden.
Bei pädiatrischen Patienten sollten die Entnahmemengen nach klinischen Erfordernissen angepasst werden.

Gerinnungsröhrchen müssen immer vollständig befüllt werden, um ein korrektes Mischungsverhältnis zwischen Blut und Antikoagulansvolumen einzuhalten.

Hohe Hämatokrit-Werte (> 55 %) sollten nach Möglichkeit ebenfalls erwähnt werden. Gegebenenfalls ist eine Korrektur des Citrat-Mischungsverhältnisses erforderlich, wenn unplausible pathologische Ergebnisse festgestellt werden

Empfohlene Reihenfolge der Blutentnahme zur Gerinnungsanalytik:
1. EDTA-Blut 1-2 ml (zur Zellzählung, etc.), Vermeidung der Thromboplastin-Einschleppung in die Gerinnungsprobe
2. alle Gerinnungsröhrchen
3. Serumröhrchen und andere Abnahmemedien

Besondere Hinweise für die Thrombozytenfunktionsdiagnostik
Die Durchführung von Tests zur Prüfung der Thrombozytenfunktion und der Charakterisierung von funktionellen Thrombozytenoberflächenmerkmalen (Glykoproteine) ist zeitkritisch. Bitte beachten Sie das enge Zeitfenster von möglichst nicht mehr als 60 min. nach Blutentnahme für aus Vollblut durchgeführten Tests (PFA-Test, Impedanzaggregometrie) bis zum Probeneingang im Labor.
Für die differenzierte Thromboyztenfunktionsdiagnostik (Aggregation, Sekretionstests, Durchflusszytometrie) ist eine Vorstellung der Patienten in der Gerinnungsambulanz des Instituts notwendig. Ansonsten bitte Kontaktaufnahme unter den o.g. Rufnummern.

Antikoagulans- und andere Entnahmeröhrchen
1.EDTA-Röhrchen
Zellzählungen/Differenzierungen, einzelne Antikörpernachweise
2.Citrat-Monovetten( Cups)
alle koagulometrischen Tests, chromogene Substrattests, (3 ml, 5 ml, 1.3 ml-Cups) Ag-Konzentrationsbestimmungen, mol. Aktivierungsmarker
Ausnahmen: keine NMH-/Heparinspiegelmessung, hier: CTAD-Blut
Thrombozytenfunktion: nur bei Blutentnahme im Institut
3.PFA-Monovette
nur für PFA-Test (In-vitro-Blutungszeit) 3.2 ml)
4.CTAD-Monovette
Anti-Faktor-Xa-Aktivität (Heparin-/NMH-Spiegel) (2.9 ml)
Aus CTAD-Blut kann ggf. die gesamte plasmatische Gerinnungsanalytik durchgeführt werden.
Besonderheiten der CTAD-Blutentnahme:
Das Antikoagulans enthält Thrombozyteninhibitoren (Citrat, Theophyllin, Adenosin, Dipyridamol), das die Freisetzung von Heparininhibitoren aus Thrombozyten reduziert. Für eine effektive Heparin-Stabilisierung sollte das frisch entnommene CTAD-Blut rasch auf ca. 0°-4° C gekühlt werden (z.B. "cool pack" aus +4°C-Kühlschrank, tieffrieren vermeiden, Probe wird durch Hämolyse unbrauchbar).
Gilt für den Bereich Venusberg des Universitätsklinikums:
Nach initialer Kühlung sollte die Probe möglichst rasch ins Gerinnungslabor des Instituts gebracht werden (< 60 min.).
Stadtkliniken und externe Proben, v.a. pädiatrische Proben:
Sofern die genannte Transportzeit nicht eingehalten werden kann sowie wie bei Proben von Kleinkindern und Säuglingen, hat es sich als günstig erwiesen, die CTAD-Probe nach Abnahme und Kühlung möglichst rasch zu zentrifugieren (10-15 min bei 2.000 x g).
Der Plasmaüberstand kann bei Raumtemperatur versandt werden.
5.TI-Röhrchen/r-Hirudin-Monovette
Thrombozyten-Impedanzaggregometrie aus Vollblut (3.2 ml)
Die DTI-Monovette enthält Hirudin als Antikoagulans.Sie wird für die Bestimmung der Thrombozytenfunktions­hemmung durch Antiaggreganzien (ASS, Clopidogrel, etc.) sowie dem Nachweis von Thrombozytendefekten anderer Ursache benötigt.
6.Serum-/Nativbut
Serum zum Antikörpernachweis bei unklarer Thrombozytopenie, V.a. Immunthrombozytopenie und Heparin-induzierter Thrombozytopenie


Postversand
Bitte zum Transport bruchsicheres Gefäß zur Aufnahme der Probenröhrchen verwenden (aktuelle Gefahrgutvorschriften beachten).
Blutentnahmetage für Versand (elektive Diagnostik):
Möglichst Montag bis Donnerstag bzw. zwei Werktage vor einem auf einen Wochentag fallenden Feiertag. Blutentnahmen an Freitagen oder unmittelbar vor Feiertagen sollten vermieden werden, da Proben zu lange unterwegs sind.


Angaben über die maximal möglichen Lagerungs-/Transportzeiten sind für die einzelnen Testverfahren gesondert ausgewiesen.