Ablauf der Nierentransplantation


Häufig wird der nephrologischen Rufbereitschaftsdienst von Eurotransplant nachts angerufen. Nach Überprüfung des Organangebotes wird dieses mit dem behandelnden Nephrologen des Patienten und bei bestimmten Fragen auch mit dem urologischen Dienstarzt besprochen und der Patient kontaktiert – meistens wenn er gerade nicht damit rechnet. Ist der Patient mit der Transplantation einverstanden, wird er auf die Intensivstation der Medizinischen Klinik einbestellt. Meistens ist der Patient einige Stunden vor der Ankunft der zu transplantierenen Niere bereits in der Klinik. Dies hat den Vorteil, dass die Untersuchungen zur Feststellung der Transplantationsfähigkeit (Aufnahmeuntersuchung, Labor, EKG, Röntgen-Thorax) und ob zum Beispiel eine Dialyse vor der Operation notwendig ist durchgeführt werden können, bevor das Organ eintrifft und somit keine Zeit verloren geht.

Des weiteren wird der Patient von dem urologischen Dienstarzt noch mal über die Transplantation aufgeklärt. Sind Patient und Organ da und liegt ein negatives Crossmatch vor (sog. Kreuzprobe, ein Test im Speziallabor ob der Patient bereits im Vorfeld Antikörper gegen die Transplantatniere hat), kann die Operation durchgeführt werden.

Unmittelbar nach der Nierentransplantation wird der Patient auf der Intensivstation der Medizinischen Klinik Station überwacht und betreut. Notwendige Kontrollen der Kreislaufparameter, des Gewichts und der Operationswunde sowie der Urinausscheidung laufen parallel mit einer genau abgestimmten Gabe von Medikamenten und Infusionen, unter besonderer Berücksichtigung der Immunsuppression. Zusätzliche Informationen über die Transplantatniere und das Operationsgebiet geben Ultraschalluntersuchungen. Vor allem die Duplex-Sonographie gibt im Verlauf Auskunft über die Durchblutungssituation des Organs. Bereits am 1. Tag nach der Operation können die Patienten wieder aufstehen. Der Kostaufbau beginnt, wenn die Darmtätigkeit in Gang gekommen ist.

In vielen Fällen fängt die Niere schon im Operationssaal an, Urin auszuscheiden. Bedingt durch die Minderperfusion des Transplantates während der Entnahme und des Transportes und durch die notwendige postischämische Erholungsphase kann eine ausreichende Ausscheidung jedoch auch 3-4 Wochen auf sich warten lassen. In dieser Zeit müssen überbrückend Dialysebehandlungen durchgeführt werden – häufig als Hämodialyse aber auch die Fortsetzung einer Bauchfelldialysebehandlung ist meistens möglich, da die Transplantat außerhalb der Bauchhöhle (extraperitoneal) liegt.

Abhängig vom Verlauf wird der Patient meistens nach wenigen Tagen auf die nephrologische Spezialstation verlegt. Die Wunddrainagen können nach ein paar Tagen und der Blasenkatheter in der Regel bereits nach etwa einer Woche entfernt werden. Eine Harnleiterschiene (DJ-Katheter) verbleibt meistens noch über die Entlassung hinweg und wird in der Urologie in einem ambulanten Eingriff gezogen