Unterkiefer wächst nicht schnell genug mit
Pressetermin: Spendenaufruf für ein junges Mädchen aus Afghanistan




Seit ihrer Geburt lebt Aqela, zwölf Jahre alt, mit einem verkürzten Kiefer. Ihre Zunge lag zu weit hinten und blockierte beim Schlafen die Atmung. Bereits vor sieben Jahren konnten Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen am Universitätsklinikum Bonn ihren Unterkiefer mittels Knochenverlängerung erweitern und so die gefährliche Schlafstörung beseitigen. Doch das Problem kam über die Jahre zurück. Denn der Unterkiefer wuchs nicht im normalen Tempo mit und erschwerte so auch wieder das Kauen. Deshalb ist eine erneute Operation nötig. Doch die entstehenden Behandlungskosten von insgesamt rund 13.000 Euro kann die Familie nicht allein aufbringen. Darum bitten das Bonner Universitätsklinikum und der Verein für Afghanistan-Förderung die Bevölkerung um Spenden.

Da eine Heilung ihres Kiefers sowie ihrer schiefen Hüfte in der Heimat nicht möglich war, holte der Bonner Verein für Afghanistan-Förderung (VAF) Aqela bereits vor etwa sieben Jahren das erste Mal nach Deutschland. Nachdem die Behandlung ihrer gravierenden Hüftfehlstellung in Dortmund erfolgreich die Gefahr eines Lebens im Rollstuhl bannte, war die Korrektur des Kiefers dringend nötig.

Neues Knochengewebe gegen Schlafstörung

Die Bonner Kieferchirurgen verlängerten mit einer neuartigen Methode, der so genannten Distraktionsosteogenese, den verkürzten Unterkiefer von Aqela. Dazu fixierten sie auf beiden Seiten des Unterkiefers zwei Platten an einer künstlich angelegten Fuge. In diesem Spalt bildete sich weiches Knochengewebe, der so genannte Kallus. Der Abstand zwischen den Platten wurde täglich mittels eines Schraubengewindes leicht vergrößert. Kallus wuchs nach und füllte die Lücke. „Wir gewannen innerhalb von drei Wochen bis zu zwei Zentimeter neues Knochengewebe, ohne unsere Patientin mit langwierigen Operationen zu belasten“, sagt Prof. Dr. Dr. Rudolf Reich, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

„Endlich schlief Aaqela ohne Schlafstörung durch. Auch hatte sie in kürzester Zeit fünf Kilo zugenommen“, erinnert sich ihr Pflegevater Khalil Z. Auch diesmal kümmert sich die afghanische Gastfamilie aus Dortmund rührend um die jetzt Zwölfjährige. Zurück bei ihrer Familie in Afghanistan lebte Aqela weiter auf. „Die Einschränkungen waren nicht mehr annähernd so belastend wie vorher. Sie kam in die Schule und fand Freunde, führte das normale Leben eines kleinen Mädchens“, sagt Abdul Jalil Hekmat, Geschäftsführer des Vereins für Afghanistan-Förderung.

Verkürzter Kiefer führt wieder nachts zu Atemnot

Doch die operierte Hüfte und der Unterkiefer wuchsen nicht im normalen Tempo ihres Körpers mit. Die wachstumsbedingten Beschwerden nahmen zu. Das Kauen wurde wieder schwerer, das Laufen wurde mühsamer. Schließlich ging es Aqela so schlecht, dass ihre Eltern erneut die damalige Gastfamilie Z. und den VAF um Hilfe baten. Damit sie eine Chance auf ein normales Leben hat, werden Prof. Reich und sein Team wie bereits 2007 die Zwölfjährige völlig ohne Entgelt operieren. Trotzdem entstehen Ausgaben für sonstige Kosten der Operationen, Medikamente, und Krankenhausaufenthalte sowie die notwendige physiotherapeutische Nachbehandlung, die Aqelas Familie nicht allein aufbringen kann.

Medienvertreter sind herzlich zu einem

Presse- und Fototermin
am Montag, 1. Juni, um 14:30 Uhr
Zentrum für Zahn-, Mund,- und Kieferheilkunde
Treffpunkt MKG-Patientenambulanz
Welschnonnenstraße 17; 53111 Bonn


eingeladen. Neben Prof. Dr. Dr. Rudolf Reich stehen Abdul Jalil Hekmat vom VAF, Pflegevater Khalil Z. und Aqela für Gespräche und Fotos zur Verfügung. Um Anmeldung unter inka.vaeth@uni-bonn.de wird gebeten.

Wer Aqela helfen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen.

Kontoinhaber: Verein Für Afghanistan-Förderung e.V.
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE46 3702 0500 0008 2800 00
BIC: BFSWDE33XXX
Verwendungszweck: Aqela

Spendenbescheinigungen verschickt der Verein für Afghanistan-Förderung direkt nach Zahlungseingang - sofern die vollständige Anschrift angegeben ist.

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Dezernat 8
Hochschulkommunikation

Leitung: Dr.Andreas Archut
Tel.: 0228/73-7647
Fax: 0228/73-7451
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Meinhard-Heinze-Haus
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