Medizinische Klinik III
Schwerpunkt Onkologie




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Schilddrüsenkarzinom
Das Schilddrüsenkarzinom (Auch als Schilddrüsenkrebs bezeichnet) ist eine seltene Krebserkrankung und macht insgesamt weniger als 1% allter Krebserkrankungen aus. Je nachdem von welcher Ursprungszelle im Gewebe der Tumor seinen Ursprung nimmt und wie sich das Tumorgewebe in der feingeweblichen Untersuchung darstellt werden folgenden Formen (histologische Subtypen) von Schilddrüsenkrebs unterschieden:
• differenzierte Karzinome (papilläres und follikuläres Karzinom)
• medulläre Karzinome
• undifferenzierte Karzinome
Bei der überwiegender Mehrheit der Fälle gehen Schilddrüsenkarzinome aus den Follikelzellen der Schilddrüse hervor. Hierbei handelt es sich um die Zellen, in denen die Schilddrüsenhormone gebildet werden. Tumoren dieses Ursprungs werden als differenzierte Karzinome bezeichnet. Unter ihnen sind die so genannten papillären Karzinome am häufigsten: Sie machen etwa zwei drittel aller Krebserkrankungen der Schilddrüse aus. Etwas seltener sind die follikulären Karzinome (mit ca. 20 bis 30 Prozent), die meist nur einzelne Knoten bilden. Sehr viel seltener sind die medullären Karzinome, auch C-Zell-Karzinome genannt (2-5 Prozent). Sie leiten sich von den Calcitonin produzierenden C-Zellen ab, die einzeln oder in Gruppen zwischen den Schilddrüsenfollikeln liegen und für die Regulation des Kalziumstoffwechsels zuständig sind. Ebenfalls selten sind die so genannten undifferenzierten oder anaplastischen Karzinome (2-4 Prozent).

Die Therapien beim Schilddrüsenkarzinom richtet sich nach den histologischen Subtypen: bei den differenzierten Karzinomen stellt die Operation und die Radiojod-Therapie die Behandlung der Wahl dar und hat sehr gute Aussichten auf eine Heilung der Erkrankung. Bei der Radiojodtherapie handelt es sich um eine Strahlentherapie mit einer radioaktiven Form des Jods welches sowohl von der Schilddrüse als auch von differenzierten Schilddrüsenkarzinomen aufgenommen wird und somit gezielt die Strahlung am Tumor abgibt und diesen zerstört. Bei erneutem Auftreten der Erkrankung kann diese Therapie wiederholt werden. Nur bei Patienten mit wiederkehrenden Tumor (sog. Rezidiv) mit Tochtergeschwulsten in Lunge und/oder Knochen, die nicht auf eine Radiojodtherapie mehr ansprechen ist eine Chemotherapie oder eine andere experimentelle systemische Therapie notwendig. Das medulläre und das undifferenzierte Schilddrüsenkarzinom speichern kein Jod und sind somit keiner Radiojodtherapie zugänglich. Daher ist die Operation hier die wichtigste Therapiemöglichkeit.
Das Ansprechen der Schilddrüsenkarzinome auf eine Chemotherapie ist sehr begrenzt. Die Auswahl der Substanzen ist wiederum abhängig vom histologischen Subtyp. Als wirksamste Substanz sowohl beim differenzierten als auch medullären Schilddrüsenkarzinoms hat sich Doxorubicin erwiesen. Undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome sprechen hingegen besser auf Paclitaxel an.
Da die Behandlung mit Chemotherapie bislang wenig befriedigende Ergebnisse gebracht hatte ist der Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten groß. In den letzten Jahren wurden mehrere neue Substanzen entwickelt, die in kleineren Studien viel versprechende Wirksamkeit gezeigt haben. Unsere Klinik bietet nach persönlicher Beratung des Patienten und dem Abwägen der Nutzen und Risiken neben der Chemotherapie auch die Behandlung mit den modernen Substanzen an.


Sarkom
Sarkome gehören zu den seltenen Krebserkrankungen. Je nachdem von welcher Ursprungszelle im Körper der Tumor seinen Ursprung nimmt werden Sarkome in verschiedene Typen unterteilt. Zunächst werden jedoch zwei Hauptgruppen unterschieden: Knochensarkome und Weichteilsarkome.
Zu den Knochensarkomen zählen das Osteosarkom, das Ewingsarkom, das Chondrosarkom, der Maligne Riesenzelltumor und das Maligne Adamantinom.
Zu den Weichgewebesarkomen werden über 100 unterschiedliche Tumoren gerechnet. Die häufigsten sind das Liposarkom, das Leiomyosarkom, das Synovialsarkom, das Rhabdomyosarkom und das Maligne Fibröse Histiozytom.
Bei der mikroskopischen Untersuchung des Sarkomgewebes kann man den Differenzierungsgrad beurteilen. Der Grad der Differenzierung ist neben der Größe, der Lage und dem Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) für die Behandlungsplanung von großer Bedeutung. Je differenzierter und kleiner ein Tumor ist und je weniger Metastasen er hat, desto eher kann mit einem Behandlungserfolg gerechnet werden.
Für die Behandlung von Sarkomen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach Tumorart und Krankheitsstadium zur Anwendung kommen. Sowohl die Operation, als auch Chemotherapie oder Strahlenbehandlung haben einen großen Stellenwert in der Therapie von Sarkomen. Häufig muss eine Kombination aus allen drei Behandlungsoptionen herangezogen werden. Die Therapie sollte daher stets in Zusammenarbeit mit Onkologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten geplant und durchgeführt werden.
In unserer Klinik finden regelmäßig Sarkomkonferenzen statt bei welcher die Therapiekonzepte für die Patienten mit Sarkom-Erkrankungen festgelegt werden. Die Behandlung der mit Chemotherapie erfolgt anschließend je nach Behandlungsprotokoll entweder ambulant oder stationär in unserer Klinik.

Ansprechpartner für die Schilddrüsenkarzinome und Sarkome in der Medizinischen Klinik III: OA Dr. V. Janzen


Kopf-Hals-Tumore
Die größte Gruppe unter den Kopf-Hals-Tumoren nehmen die Plattenepithelkarzinome des Kopf und Halsbereiches ein. Entsprechend der Lokalisation des Primärtumors werden Larynxkarzinome von Oropharynx- Hypopharynx- sowie Mundhöhlenkarzinomen unter-schieden. Die Nasopharynxkarzinome werden auf Grund der unterschiedlichen Behandlung als eigene Entität betrachtet.
Die Hauptrisikofaktoren für die Entstehung dieser Tumore sind Nikotin-und/oder Alkohol-konsum, bei Oropharynxkarzinomen spielt die Infektion mit HP (human papilloma)-Viren eine Rolle.
Die Behandlungsoptionen sind die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit anschließender adjuvanter Radiotherapie oder Radiochemotherapie. Bei lokal fortge-schrittenen oder inoperablen Tumoren besteht alternativ auch die Option einer primären Radiochemotherapie. Eine Sonderstellung nehmen die Patienten mit Nasopharynxkarzinomen ein, die in der Regel immer einer primären Radiochemotherapie zugeführt werden. In der Rezidivsituation müssen erneut chirurgische oder strahlentherapeutische Optionen berücksichtigt werden. Oft bleibt aber als einzige Therapieoption wie in der metastasierten Situation die palliative Chemotherapie.
Das Standardchemotherapeutikum ist für diese Erkrankungen weiterhin das Cisplatin, welches sowohl in Kombination mit der Strahlentherapie als auch palliativ in Kombination mit anderen Zytostatika (z.B. 5-Fluoruracil) eingesetzt wird. Docetaxel wird zunehmend in Kombination mit Cisplatin als Induktionschemotherapie eingesetzt und hat als Montherapie einen festen Stellenwert in der palliativen Situation. In den letzten Jahren haben sich die EGF-Rezeptor Antagonisten (Cetuximab, Panitumumab) als Ergänzung zur Chemotherapie und Strahlentherapie etabliert und werden in unterschiedlichen Situationen und Kombinationen eingesetzt.
Gerade bei dieser Patientengruppe spielt neben der tumorzentrierten Therapie die Supportiv-therapie in Form einer adäquaten Ernährung, Schmerztherapie, Mukositisbehandlung und nicht zuletzt auch sozialer Unterstützung eine entscheidende Rolle.
Durch enge Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Strahlentherapie und Zahn-Mund-Kiefer-Chirurgie versuchen wir in der Medizinischen Klinik III die Therapie für Patienten mit dieser Tumorentität zu optimieren. Ein wesentliches Standbein hierbei ist die wöchentlich stattfindende Tumorkonferenz in der wir zusammen mit Strahlentherapie (PD Dr. Schüller) und HNO-Klinik (PD Dr. Gerstner) die Therapie interdisziplinär festlegen.

Ansprechpartner für die Kopf-Hals-Tumore in der Medizinischen Klinik III: OA Dr. M. Zipfel