Pankreaskarzinom


Das Pankreaskarzinom ist der dritthäufigste gastrointestinale Tumor. Bei rund 5% der Patienten findet sich eine genetische Grundlage für die Erkrankung.


Diagnostik


Bei der Diagnostik kommen bildgebende Verfahren, wie CT (Computertomographie) und MRT (Kernspintomographie) zum Einsatz. Wenn der Patient operabel erscheint, kann im Zweifel eine Exploration ohne präoperative histologische Sicherung des Tumors angestrebt werden.

GIT-Konferenz (Tumorboard) - Therapie
Nach Abschluss der Bildgebung wird im Rahmen der fachübergreifenden GIT-Konferenz über die bestmögliche Behandlung entschieden. Die chirurgische Entfernung des Tumors stellt die einzige, kurative Behandlungsmethode dar. Postoperativ erfolgt eine adjuvante (R0) bzw. eine additive (R1) Chemotherapie mit Gemcitabin. Bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Pankreaskarzinomen kommen je nach klinischem Befinden verschiedene Chemotherapiekombinationen (z.B. FOLFIRINOX, Gemcitabin/Erlotinib oder Gemcitabin/nab-Paclitaxel) zum Einsatz. Bei Verschlussikterus oder Magenausgangsstenose kann endoskopisch ein Stent eingelegt werden. In Kooperation mit
der radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn kann eine HIFU (high intensity focused ultrasonography) als ein neues Verfahren zur Bekämpfung lokaler Komplikationen des Pankreaskarzinoms (Schmerzen, Duodenalstenosen oder Gallengangsstenosen) palliativ allein oder in Kombination mit der Chemotherapie eingesetzt werden.

Laufende Studien für Patienten mit Pankreaskarzinom
folgt

Hereditäre Pankreaskarzinomformen
Bei Verdacht auf eine erbliche (genetische) Prädisposition des Pankreaskarzinoms beraten wir Sie gerne in unserer Sprechstunde im CIO, sowie in unserer Sprechstunde für erblichen Tumorerkrankungen. Bei folgenden Risikogruppen besteht wahrscheinlich eine genetische Prädisposition für die Entstehung eines Pankreaskarzinoms:
  • Hereditäre Pankreatitis
  • Familienangehöhrige mit mindestens zwei erstgradig Verwandten, die an einem Pankreaskarzinom erkrankt sind (sog. Familiäres Pankreaskarzinom)
  • Syndrome, die mit einem erhöhten Pankreaskarzinomrisiko assoziiert sind:
      • Peutz-Jeghers-Syndrom mit Keimbahnmutationen im STK11 Gen (36 - 42%iges
      • Lebenszeitrisiko)
      • FAMMM-Syndrom (familiäres atypisches multiples Muttermal- und Melanom - Pankreaskarzinom -Sd) mit Keimbahnmutationen im CDKN2A Gen (bis zu 17%-iges Lebenszeitrisiko)
      • Patienten und Angehörige von Patienten mit hereditärem Mamma- und Ovarialkarzinom mit bekannten Keimbahnmutationen in den Genen BRCA1 und 2
      • HNPCC mit Keimbahnmutationen im APC Gen oder in Mismatchrepair Genen
      • (hMLH1, hMSH2, hMSH6, hPMS1, hPMS2) FAP
      • Ataxia teleangiectatica mit Keimbahnmutationen im ATM Gen

Translationale Forschung
In Kooperationsprojekten beschäftigt sich das Labor für Molekulare Therapieforschung der
Medizinischen Klinik I mit der Entwicklung neuer immunologischen Therapieansätze
(Vakzinierungsstrategien mit Dendritischen Zellen, Inhibition von regulatorischen T-Zellen)
zur Therapie des Pankreaskarzinoms in Zellkultur und in Mausmodellen für das
Pankreaskarzinom (Dr. Gonzalez-Carmona).
Weitere Informationen zum Thema Pankreaskarzinom
Patienteninformationen zum Thema Pankreaskarzinom der Deutschen Krebshilfe
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/014_bauchspeicheldruese_neu.pdf
Patienteninformationen und Selbsthilfegruppen zum Thema Pankreaskarzinom:
http://www.pankreashilfe.de/
http://www.bauchspeicheldruese-pankreas-selbsthilfe.de/
Aktualisierte S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom der DGVS:
http://www.dgvs.de/leitlinien/exokrines-pankreaskarzinom/