Medizinische Fakultät erbringt Spitzenleistungen im landesweiten Vergleich.
Das Uni-Klinikum Bonn verzeichnet maßgebliche Erfolge im Rahmen des jährlichen landesweiten Vergleichs medizinischer Fakultäten




Das Universitätsklinikum Bonn verzeichnet für das Jahr 2013 maßgebliche Erfolge im Rahmen des landesweiten Vergleichs medizinischer Fakultäten. Erstmalig hat sich Bonn in absoluten Zahlen – bezogen auf die Publikationsleistungen – knapp vor den anderen Standorten in NRW behaupten können.

Im landesweiten Vergleich der Universitätsklinika hat sich Bonn an die Spitze gekämpft. Diese jährliche Analyse Nordrhein-Westfalens Uniklinika ist von größter Bedeutung: es geht um die Leistungsorientierte Mittelverteilung der Landesregierung. Wichtige Kriterien sind neben der Lehre und der Frauenquote vor allem das erreichte Drittmittelvolumen sowie die Publikationsleistungen. Denn nur die innovativste und beste Forschung erhält finanzielle Förderung und publiziert die Ergebnisse in renommierten Fachzeitschriften.

Alle NRW-Standorte geben 20 Prozent ihres jährlichen Landeszuführungsbeitrages in einen gemeinsamen Topf. Abhängig von Leistung und Höhe des Landeszuführungsbetrages, erhalten die Klinika am Ende des Jahres aus diesem Topf einen Bonus oder müssen Gelder zurückzahlen. Schon seit einigen Jahren hat Bonn hier relativ gesehen die Nase vorn und verzeichnet die meisten Gewinne trotz einer der niedrigsten Basis-Zuführungssummen. Zum Vergleich: Bonn erhielt für das Jahr 2013 als pauschale Grundzuführung knapp 100 Mio. Euro Landeszuschuss, Köln knapp 118 Mio. und Münster sogar knapp 124 Mio. Euro. Nun liegt Bonn auch in absoluten Zahlen im Bereich der Publikationsleistung (Punktzahl 42.188) erstmals auf Platz eins. Im Bereich der Drittmittelvolumina belegt Bonn, nach Köln und Münster, den dritten Platz – mit deutlich geringeren Fördermitteln. 

„Nach einer schlechten Ausgangslage Mitte der 90er Jahre hat Bonn vor allem dank großer Investitionen in die Nachwuchsförderung in den letzten zehn Jahren in der Wissenschaft, Forschung und Lehre enorme Fortschritte gemacht“, so Prof. Max Baur, Dekan der Medizinischen Fakultät Bonn. „Der Ruf und somit die Attraktivität des Klinikums haben sich wesentlich verbessert, sodass junge Nachwuchsmediziner immer häufiger nach Bonn kommen – ein großes Kompliment für unsere Arbeit.“ Bonn beherbergt zudem das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), ein Nebenstandort des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, in dem zwei Leibniz-Preisträger Forschungsgruppen leiten. 

Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender, freut besonders, dass das Universitätsklinikum Bonn damit sowohl in der Krankenhausversorgung wie in der Forschung die Spitzenposition hat, weil sowohl in der FOCUS-Liste als auch in der Publikationsliste die Position eins in NRW erreicht wurde. „Also steht die Forschung nicht auf Kosten der Krankenversorgung oder umgekehrt so hervorragend da, sondern beide Aufträge sind uns gleich wichtig.“

Bonn setzt auf moderne Infrastruktur und Kooperationen


Neue Arbeitsstrukturen sowie interdisziplinäre und internationale Kooperationen sollen auch künftig Forschung und Lehre auf höchstem Niveau garantieren. Damit Bonn seine Spitzenposition halten kann, sind für die Zukunft wichtige Projekte zur Stärkung des Forschungsstandortes geplant. So investiert das Universitätsklinikum in neue Forschungs- und Laborflächen und in Core Facilities werden Geräte und Flächen von verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam genutzt. Diese Infrastrukturmaßnahmen sparen nicht nur Platz, sondern auch Geld, das künftig in die Drittmittelakquise investiert werden soll.

Kooperationen im In- und Ausland bilden einen weiteren Schwerpunkt. Die Medizinische Fakultät engagiert sich in der Verbundforschung, zudem ist eine Graduierten-Schule in Kooperation mit der Universität von Melbourne geplant. Prof. Nicolas Wernert, Senatsvorsitzender und ab Mai 2015 neuer Dekan der Medizinischen Fakultät, betont aber auch die gute Zusammenarbeit im Haus: „Für den Ausbau unseres Netzwerkes sind hochrangige Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene sehr wichtig. Ich möchte aber auch die Nähe zur Universität selbst und die Zusammenarbeit der einzelnen Fakultäten weiter vertiefen. Ich denke hier beispielsweise an die Landwirtschaftliche Fakultät, die im Bereich der Genetik wichtige Forschung betreibt.“

Für eine sichere Zukunft von Forschung und Lehre auf hohem Niveau betont der derzeitige Dekan Prof. Baur, dass nicht nur die Universitäten, sondern auch die Landesregierung in der Pflicht stehen. „Derzeit werden zu viele Gelder in die Steigerung der Absolventenzahlen gesteckt. Darunter leidet die Exzellenzforschung. So können wir auf Dauer keine Spitzenforschung und auch keine gute Ausbildung garantieren“, so Prof. Baur. „Die Quantität darf nicht zulasten der Qualität gesteigert werden.“

Kontakt:

Prof. Dr. Nicolas Wernert
Dekan der Medizinischen Fakultät
Telefon: 0228/287-19299
E-Mail: dekan@ukb.uni-bonn.de