Herzchirurgische Intensivstation


Da es sich bei einer Herzoperation trotz aller Routine und hoher Sicherheit auch heute noch um einen recht großen Eingriff handelt, bei dem es durch die Art der Erkrankung, die Anwendung der Herz-Lungen-Maschine und auch die Dauer des Eingriffs zu vielen Veränderungen im Organismus des Patienten kommt, sollte die Nachsorge auf einer Intensivstation erfolgen.

Dorthin werden die Patienten nach der Operation meist noch beatmet und in narkotisiertem Zustand vom Anästhesisten gebracht. Nach einer entsprechenden Übergabe des Kranken an die Ärzte der Intensivstation erfolgt die weitere Überwachung und Behandlung.

Es werden lebenswichtige Parameter, wie EKG, Kreislauf, Atmung, Nierenfunktion und anderes kontrolliert und wenn Abweichungen auftreten gegebenenfalls behandelt. Durch die Überwachung mit Hilfe entsprechender Geräte und durch geschultes Intensivpersonal (Schwestern und Ärzte) können die meisten Probleme rechtzeitig erkannt und somit gut behandelt werden.

Nachdem die Patienten aus der Narkose erwacht sind, sind sie auch meist in der Lage allein Luft zu holen und müssen daher nicht weiter beatmet werden. Dann kann der Beatmungstubus entfernt werden. Nun sind Sie auch wieder in der Lage sich verständlich zu machen und eventuelle Wünsche und Beschwerden anzugeben. Dies ist mit liegendem Tubus schwierig, da das Sprechen damit nicht möglich ist.

Bei stabilem Zustand und dem Fehlen von Komplikationen wie z. B. Nachblutungen (diese treten jedoch extrem selten auf) kann oft schon am 1. Tag nach der Operation die Verlegung zurück auf die herzchirurgische Station erfolgen.

Es gibt jedoch leider auch nach Herzoperationen Situationen, die einen längeren Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich machen. Dies ist meist bei Patienten der Fall, die schon ein individuell erhöhtes OP-Risiko haben, bzw. die auf Grund von zusätzlichen Erkrankungen andere Organe - nicht nur des Herzen - länger behandelt werden müssen.

Die moderne Intensivmedizin ist jedoch heute in der Lage die meisten dieser Probleme zu beherrschen und somit das gewünschte Operationsziel auch mit bzw. dank einer längeren intensivmedizinischen Behandlung zu erreichen.

Unser Team besteht aus erfahrenen und einsatzbereiten Schwestern, Pflegern, Physiotherapeutinnen und - therapeuten, Ärztinnen und Ärzten, die alle Prinzipien der modernen Intensivmedizin beherrschen und durch ihre spezielle Ausbildung in der Lage sind, mit den besonderen Problemen unserer Patienten und ihrer Angehörigen umzugehen. Auf beiden Stationen sichert ein pflegerischer und ärztlicher Schichtdienst die kontinuierliche Betreuung der uns anvertrauten Patienten ab.
Alle Intensivtherapieplätze sind mit modernen Intensivbetten, einem Beatmungsgerät und umfassenden Überwachungsgeräten für alle lebensnotwendigen Körperfunktionen ausgerüstet.

Neben dieser technischen Ausstattung, legen wir sehr viel Wert auf die fachliche Qualifikation des pflegerischen und auch des ärztlichen Personals. Interne Weiterbildungen und Fallbesprechungen, die Teilnahme an regionalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen und eine Fachweiterbildung (Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin für das Pflegepersonal, Spezielle anästhesiologische und herzchirurgische Intensivmedizin für die Ärzte) tragen zu einer regelmäßigen und tiefgründigen Ausbildung bei.
Durch gemeinsame und offene Gespräche aller Berufsgruppen über Patienten und deren Probleme erreichen wir, nicht nur die modernsten Prinzipien der Intensivmedizin zu beherrschen, sondern auch würdevoll und mit Respekt und Einfühlungsvermögen unsere Patienten und Angehörigen an der Grenze des Lebens zu begleiten.

Ihr Angehöriger ist auf unserer Intensivstation, weil er lebensbedrohlich erkrankt oder verletzt ist, oder nach einer schweren Operation besonders intensiver Behandlung bedarf.
Unser Ziel ist es, mit hohem pflegerischen, diagnostischem und therapeutischem Aufwand, den Gesundheitszustand des Patienten zu stabilisieren und ein Versagen lebensnotwendiger Organe zu verhindern oder zu behandeln. Dazu stehen eine Reihe technischer Geräte und Behandlungsverfahren zur Verfügung, die in der Regel patientennah angeordnet sind.

Zu Beginn der Behandlung ist uns ein ausführliches Gespräch mit Ihnen wichtig. Hier werden Ihre Fragen beantwortet, und wir wollen versuchen, Ihnen Ihre Berührungsängste zu nehmen.
Häufig benötigen wir aber auch von Ihnen Informationen über unseren Patienten, welche für die Behandlung wichtig sein können. Suchen Sie deshalb so bald wie möglich das Gespräch mit uns. Um einen reibungslosen Ablauf auf der Station zu sichern und unsere Zeit so gut wie möglich für den Patienten nutzen zu können, bitten wir Sie, uns eine Kontaktperson aus der nahen Verwandtschaft zu benennen, welche dann regelmäßig Kontakt zu uns hält und welche in Ausnahmefällen telefonisch Auskunft erhalten kann.

Für telefonische Auskünfte sind der späte Vor- und Nachmittag am besten geeignet.
Besuche sind ab 15.30 Uhr und nach Absprache möglich. Denken Sie bitte immer daran, dass die Häufigkeit und die Dauer der Besuche den jeweiligen besonderen Bedürfnissen der Patienten angepasst sein muss. Bitte wenden Sie sich mit Fragen und Problemen direkt an die Ärzte und Pflegekräfte. Bei Besuchen am Krankenbett achten Sie bitte darauf, dass unsere Patienten teilweise schwere Infektionen haben, die besondere hygienische Maßnahmen notwendig machen. Kinder, immunabwehrgeschwächte oder kranke Angehörige dürfen unter Umständen nicht in die Patientenzimmer. Auf derartige Situationen werden wir Sie aufmerksam machen.

Achten Sie bei Ihrem Besuch bitte darauf, dass Sie Ihre Angehörige mit vertrauter Kleidung besuchen und im Gespräch mit ihnen ruhig und positiv versuchen zu reden. Geben Sie ihm so dass Gefühl, dass er nicht alleine in einer ungewohnten Umgebung ist. Hilflosigkeit und wortloses neben dem Bett Stehen oder Sitzen sind nicht die geeigneten Formen, den Heilungsprozess Ihrer Angehörigen zu unterstützen.

Liebe Besucher, wir behandeln in erster Linie Ihre Angehörigen, versuchen aber auch Ihnen in dieser für Sie schwierigen Zeit Hilfe und Unterstützung zu geben. Bitte haben Sie Verständnis, wenn in unserer Arbeit die Patienten Vorrang haben. Es kann deshalb manchmal zu Wartezeiten für Sie kommen und nicht jeden Tag wird ein langes und erschöpfendes Gespräch mit Ihnen möglich sein.

Bedenken Sie bei Besuchen auf unserer Station, dass die Arbeit mit Schwerkranken auch für die Pflegenden und Behandelnden eine physische und psychische Belastung darstellt. Trotzdem und gerade deshalb werden Sie hoffentlich oft freundliche und lachende Mitarbeiter hören und sehen.
Wir würden uns freuen, wenn wir nach Abschluss der Behandlung von unseren Patienten oder von Ihnen Informationen zum weiteren Verlauf bekämen. Diese sind nicht nur für unsere tägliche Arbeit von Bedeutung, sondern auch für die Motivation unserer Mitarbeiter bei unserer oft nicht leichten Arbeit.