Teilnehmer Förderperiode 2


Wir freuen uns Ihnen die Teilnehmer der zweiten Förderperiode des Else Kröner-Forschungskolleg Bonn vorstellen zu dürfen. Nach einem sorgfältig durchlaufenem Auswahlverfahren hat die Kommission der Förderung dieser 3 Bewerber zugestimmt und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Teilnehmer der zweiten Förderperiode mit den individuellen Forschungsprojekten kurz vor:

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Dr. Lars Eichhorn
Klinik: Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Forschungsprojekt: Bedeutung des Inflammasoms für das kardiale Remodelling nach Ischämie/Reperfusion am murinen Modell.

Obwohl eine Therapieverbesserung bei Myokardinfarkt Gegenstand intensiver Forschung ist, gehört der Herzinfarkt immer noch zu den drei häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Größe der entstehenden Infarktnarbe ist zu einem großen Teil von der schnellen Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes abhängig. Neben der unmittelbar stehenden Nekrose entseht, für den Funktionsverlust des Herzens nach einem Infarkt verantwortlich. Vorarbeiten von Kawaguchi et al. ) zeigten die entscheidende Bedeutung des Inflammasoms bei der IL-1ßProduktion, welches eine zentrale Rolle beim kardialen Remodelling (Umbauvorgänge im Herzen) spielt. Das Forschungsvorhaben baut auf den gemachten Erkenntnissen zur ASC/Caspase-1-abhängigen Inflammation aus. Es zielt auf ein weitergehendes Verständnis der Rolle des Inflammasoms für das Remodelling im mykardialen Ischämie/Reperfusions-Modell der Maus ab. Im Einzelnen soll untersucht werden:
1. Welche Rolle spielen IL-1α und oder IL-1ßbeim kardialen Remodelling.
2. Welcher Inflammasomkomplex ist für die Aktivierung von ASC/Caspase-1 verantwortlich.
3. Durch welches Zellkompartiment wird die Inflammasom-bedingte Entzündung hervorgerufen. Ein genaues Verständnis der komplizierten Regelmechanismen im postischämischen Areal ist die einzige Möglichkeit, das langfristige Überleben von Myokardpatienten zu sichern. Das Inflammasom spielt eine Schlüsselrolle bei Entzündungsprozessen und dem damit einhergehenden Reperfusionsschaden. Alle bisherigen Konzepte beweisen zwar die Beteiligung des Inflammasoms, bleiben die Antwort auf die Signalkaskade jedoch schuldig.

1. Kawaguchi M, Takahashi M, Hata T, Kashima Y, Usui F, Morimoto H, Izawa A, Takahashi Y, Masumoto J, Koyama J, Hongo M, Noda T, Nakayama J, Sagara J, Taniguchi S, Ikeda U. Inflammasome Activation of Cardiac Fibroblasts Is Essential for Myocardial Ischemia/Reperfusion Injury. Circulation. 2011;123:594-604.)


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Jens Nolting
Klinik: Medizinische Klinik III - Hämatologie & OnkologieForschungsprojekt: "Untersuchung RIG-I vermittelter epigenetischer Histonmodifikationen am Melanom"

Wir untersuchen epigenetische Regulationsmechanismen der Aktivierung des retinoic acid inducible gene -I (RIG-I) am malignen Melanom. Vorarbeiten zeigten, dass durch die Aktivierung von RIG-I eine komplette Remission des Melanoms im murinen Melanom-Tumormodell möglich ist. Die Charakterisierung epigenetischer Regulationsmechanismen der RIG-I Aktivierung soll bifunktionale Therapieansätze, d.h. eine Modifizierung epigenetischer Zielproteine unter RIG-I Stimulation, am murinen Melanom-Tumormodell ermöglichen.



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Dr. med. Gun-Soo Hong
Klinik: Klinik u. Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Forschungsprojekt: "Untersuchung immunologischer Prozesse in der peritonealen Adhäsionsbildung nach bachchirurgischen Eingriffen im Mausmodell"

Peritoneale Adhäsionen treten mit einer Inzidenzrate von bis zu 70% nach bauchchirurgischen Operationen auf und können zu diversen Komplikationen wie Darmobstruktionen, chronischen Bauchschmerzen oder Darmpassagestörungen führen. Darüber hinaus sind sie mit einer höheren Komplikationsrate bei Folgeoperationen vergesellschaftet. Die Verletzung des Peritoneums bei einer Bauchoperation führt zu einer lokalen Entzündungsreaktion, welche wiederum die Produktion von Kollagen erhöht und somit maßgeblich an der Bildung peritonealer Adhäsion beteiligt ist. Um diese Entzündungsreaktion bei der peritonealen Adhäsionsbildung zu untersuchen, wollen wir die Rolle der Makrophagen in unterschiedliche Subtypen während der Adhäsionsbildung analysieren. Dies könnte als Strategie für eine Prävention gegen peritoneale Adhäsionen dienen.