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Sulcus-ulnaris-Syndrom (SUS)

Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom (SUS) handelt es sich um eine Einengung des Nervus ulnaris in seinem Verlauf, vor allem im Bereich des Ellbogens.

Ursächlich kommen Kompressionen von außen (Prellung, Aufstützen), Verlagerung des Nervens aus seinem Bett am Ellbogenknochen oder Vorwölbung von innen (Knochenvorsprünge, Tumore) in Frage. Eine vermehrte Druckanfälligkeit kann im Rahmen einer Polyneuropathie (Alkohol, Diabetes, Lepra) oder einer Zweitkompression (double crush) vorliegen.

Symptomatik

Anfangs berichten die Patienten über immer wiederkehrende Gefühlsstörungen im Versorgungsgebiet des Nerven (z.B. im 4. und 5. Finger), die später auch dauerhaft werden können. Hinzu kommen Schmerzen in der Hohlhand, Unterarm bis zum Ellenbogen, eine Schwäche beim Grob- und Spitzgriff und zunehmende Ungeschicklichkeit und bei fortgeschrittenem Verlauf eine Handbinnenmuskelschwäche und Atrophie bis hin zur Krallenstellung des Ring- und Kleinfingers.




Dauerca. 1 Stunde
Narkoseörtliche Betäubung oder Vollnarkose
Drainagen ggf. Mini-Drainage
Hautfäden selbstauflösend oder für 12 - 14 Tage
Stationärer Aufenthalt ambulant oder 1 Übernachtung
Postoperativ

 

Watteverband / Wundkompression / ggf. Schiene;
Arbeitsfähig: 2 - 4 Wochen;
Schwellungen gering
Narbenverblassen nach 6 - 18 Monaten

 

Diagnostik

Neben der klinischen Untersuchung ist unbedingt eine neurologische Abklärung erforderlich. Dabei werden Nervenleitgeschwindigkeiten gemessen und Hinweise auf eine mögliche Schädigung des Nerven gesucht. Des Weiteren sollte eine Standard-Röntgenuntersuchung des Ellbogens durchgeführt werden. Im Einzelfall sind Spezialaufnahmen des Ellbogens, eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder eine Kernspintomographie (MRT) notwendig und nützlich.

Therapie

Wichtig ist die Vermeidung langdauernder Beugung des Ellenbogens sowie eine Polsterung beim Aufstützen. Eine Oberarmschiene in Mittelstellung des Ellenbogengelenks kann, speziell nachts, angelegt werden. Zusätzlich können abschwellende Medikamente gegeben werden.

Die Operationsindikation ist gegeben, wenn unter konservativer Therapie keine Besserung eintritt oder wenn sich die Symptomatik verschlechtert, des Weiteren bei anhaltenden Gefühlsstörungen und einer zunehmenden Schwäche der Muskulatur.

Das Operationsprinzip besteht in der Entlastung (Dekompression) des Nervus ulnaris vom unteren Anteil des Oberarms über den Ellbogen bis zum oberen Anteil des Unterarms, ggf. mit einer Verlagerung und Neueinbettung des Nervs. In einigen Fällen kann es notwendig sein, den Nerven langstreckig zu verlagern oder einen knöchernen Vorsprung am Ellbogen zu entfernen.

Nach der Operation erfolgt eine Ruhigstellung des Ellenbogengelenks für 1-3 Wochen, danach eine krankengymnastische Übungsbehandlung.