Richtfest für das neue “NPP Gebäude“ (Neurologie – Psychiatrie – Psychosomatik)

Richtfeste gehören mit zu den erfreulichsten Ereignissen, sowohl im privaten Bereich beim eigenen Häuschen als auch bei einem Gebäudekomplex in einer großen Organisation wie dem Universitätsklinikum Bonn (UKB).


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Das UKB, welches sich in Nordrhein-Westfalen die Spitzenpositionen sowohl in der Krankenversorgung als auch in Forschung und Lehre erarbeitet hat und in diesem Jahr erstmalig auch wieder mit einem positiven Jahresabschluss glänzen kann, feiert heute für das sogenannte “NPP-Gebäude“ das Richtfest.


Was heißt NPP?

Wir leben in einer Zeit der griffigen Abkürzungen, in der Markenzeichen gefragt sind – idealerweise enthalten diese sogar ein Programm. Dies ist bei dem als NPP im UKB bekanntgewordenen Gebäude der Fall, denn die drei Buchstaben stehen für die Kliniken, die nun zukünftig unter einem Dach vereint sind, nämlich die Neurologie, die Psychiatrie und die Psychosomatik. Diese drei Disziplinen, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Beziehungen zwischen Gehirn, Nervensystem und Körper beschäftigen, können so viel leichter miteinander interagieren, zum Wohle der Patient*innen und zur Erleichterung der Beschäftigten der Kliniken. Der Chef der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Wolfgang Maier, erklärt: „In einem neuen “Zentrum für Hirngesundheit“ finden ältere Menschen in enger Verzahnung von Psychiatrie und Neurologie umfassende diagnostische und therapeutische Hilfe auf höchstem Niveau. Das gilt vor allem auch für Gedächtnisstörungen und Demenzen. Mit dem Neubau findet eine deutliche Ausweitung unserer psychiatrischen Versorgungskapazitäten statt. So können wir deutlich mehr Bonner Patienten forschungsgetriebene, innovative psychotherapeutische und biologische Behandlungsangebote zugänglich machen. “Prof. Dr. Thomas Klockgether, Direktor der Klinik für Neurologie führt für sein Fach aus: „Für die Klinik für Neurologie wird mit diesem Gebäude eine neue Ära beginnen. Nicht nur, weil wir unsere Patient*innen besser versorgen können, sondern durch die direkte Nähe zum DZNE und den Nachbardisziplinen wie z. B. Psychiatrie, Neuroradiologie, Neurochirurgie und Psychosomatik. Die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftler*innen und Forscher*innen auf dem Gebiet der Neurodegenerativen Erkrankungen wird sich verstärken und den Patient*innen unmittelbar zugutekommen. Wir freuen uns alle sehr auf den Tag der Eröffnung. “Aber auch die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wird in das NPP-Gebäude ziehen und dann im Jahre 2018 das Auenbrugger-Haus verlassen, bei dem sonst sehr kostenintensive Sanierungsmaßnahmen anstehen würden. Dazu die Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Prof. Dr. Franziska Geiser: „Wir freuen uns, dass wir nun auch tagesklinische Plätze für die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie einrichten können. Insbesondere die intensive Behandlung junger Frauen mit Essstörungen kann durch die neuen, freundlichen Räume und die Möglichkeit, einen guten Übergang in die ambulante Behandlung zu schaffen, gestärkt werden. “

Wie ist die Geschichte des Gebäudes?

Der Anlass für die Entscheidung zum Neubau war die Einschätzung der schlechten Sanierbarkeit der alten Gebäude. Dabei stellte sich heraus, dass ein Neubau qualitativ und wirtschaftlich einer Sanierung wegen der heutigen strengen Brandschutz- und sonstigen behördlichen Auflagen vorzuziehen ist. Es wurde dann ein Baufeld von 4.700 qm in unmittelbarer Nähe der jetzigen Gebäude identifiziert und die ideale Konzeption konnte dadurch umgesetzt werden, indem das neue NPP-Gebäude nun direkt neben dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) stehen wird und mit diesem sogar durch einen Tunnel verbunden ist. Darüber freut sich Prof. Wolfgang Holzgreve, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB. „Dieser Tunnel ist geradezu ein Symbol für das, was das UKB anstrebt, nämlich die enge Verbindung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung, so dass die im DZNE erreichten Forschungsergebnisse direkt den Menschen in der Klinik in Form von innovativer Diagnostik und Therapie zur Verfügung gestellt werden können. Durch diesen Neubau der drei Kliniken unter einem Dach entsteht kein neuer Verkehr, da drei schon existierende Kliniken nur zusammengefasst werden in effizientere Strukturen und alte, kaum noch sanierbare Gebäude verlassen werden. Alle 650 Mitarbeiter*innen, die umziehen werden, sind also schon auf dem Gelände.“ Wie immer bei großen Bauprojekten mussten sehr viele Erschließungsarbeiten durchgeführt werden, wohl gemerkt bei laufendem Klinikbetrieb wie beispielsweise Kanal- und sogar Straßenbauarbeiten, Zufahrtsregelungen bis hin zur Einrichtung einer neuen Bushaltestelle, Umverlegung von Wasser- und Stromleitungen, und dieErrichtung einer Werksfeuerwehr, so dass alleine diese Vormaßnahmen acht Millionen Euro kosteten. Die Hauptmaßnahme einschließlich des Anschlusses an das alte Gebäude addiert sich auf über 70 Millionen Euro. Für diese Förderung sind wir dem Land NRW sehr dankbar, und wir werden im neuen hellen Gebäude unsere Spitzenmedizin dann auch endlich in angemessenem Ambiente anbieten können. Ein besonderes Plus im neuen Gebäude wird sein, dass wir innovative Therapien im Sinne der Patienten anbieten können, z.B. im Bereich der Altersmedizin eine gemeinsame Führung durch Neurologie und Psychiatrie.

Welche Funktionen wird der Ersatzbau beinhalten?

Das neue NPP-Gebäude wird neben den großen stationären Bereichen und den vielen Ambulanzen auch ein Notfallzentrum enthalten, welches neben dem interdisziplinären Notfallzentrum im Norden des Campus das zweite Notfallzentrum darstellen wird. Steckbrief zur Baumaßnahme NPP Die infrastrukturellen Vorabmaßnahmen zum Ersatzgebäude NPP wurden vom Land NRW in Höhe von 8.370.000 € , der Neubau wird bisher mit 66.210.000 € vom Land NRW gefördert. Der Architektenwettbewerb für Neubau DZNE fand im Jahr 2011 statt. Eine Verbindung zum benachbarten DZNE sollte in der Planung berücksichtigt werden. Während der Bauausführung erfolgte im Rahmen von Schnittstellenbesprechungen eine gute und enge Zusammenarbeit der Teams des NPP und dem DZNE. Kurzportrait Auf einem ca. 4.670 qm großen Baufeld im südlichen Teil des Venusberges wird ein Ersatzbau für die Kliniken Neurologie, Psychiatrie und Palliativmedizin (NPP) mit einer Gesamtnutzfläche von 12.842 qm erreicht. Der Ersatzbau NPP wird unmittelbar, angrenzend im Osten die bestehende Neurochirurgie ablösen. Voraussetzung für den Baubeginn der Maßnahme NPP war der Abschluss von erforderlichen Maßnahmen im Umfeld. Insgesamt wurden 12 vorwiegend infrastrukturell geprägte Vorabmaßnahmen abgeschlossen. Der Baustart erfolgte im Januar 2015.

Gebäudecharakteristik

Das geplante Gebäude des NPP wird in Massivbauweise als Stahlbeton-Skelett mit Flachdecken errichtet. Über den zentralen Erschließungsbaukörper werden zukünftig der neue Baukörper der Tagesklinik, der geplante Sockelbau, der Arztdienst- und Funktionsbereiche sowie das Bettenhaus der Pflegebereiche NPP an übergeordneter Stelle erschlossen. Zudem wird hierüber der Bestand der Neurochirurgie angebunden, wodurch zukünftig eine eindeutige Wegeführung ermöglicht wird.

Raumprogramm

» ein Untersuchungs- und Behandlungsbereich mit Arztdienst, Funktionsdiagnostik und Therapieräumen

» ein Pflegebereich mit 145 Betten für Neurologie, Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Psychosomatik

» eine psychiatrische und eine gerontopsychiatrische Tagesklinik

» logistische Bereiche, Forschungsflächen, soziale Dienste, Leitungs- und Verwaltungsräume

Wesentliche Funktionen im Neubau NPP:

» Notfallzentrum Süd

» großer Ambulanzbereich

» Tagesklinik

» Cafeteria

Strukturdaten

Gebäudedaten:
Geschosse: 6
BGF: 27.743 qm
NF: 12.842 qm

Bauzeit
1. Quartal 2015 - Inbetriebnahme 4. Quartal 2017

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Unternehmenskommunikation und Medien/
Ärztliche Direktion

Leitung: Magdalena Nitz

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E-Mail: magdalena.nitz@ukb.uni-bonn.de
Gebäude 1
Sigmund-Freud-Str. 25
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