Mehr Komfort mit hohem Sicherheitsstandard
Neue Therapiestation in der Uni-Nuklearmedizin eröffnet




Die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn nahm jetzt die neue Therapie-Station in Betrieb. Somit stehen auf dem Venusberg für Patienten, die sich einer Therapie mit offenen radioaktiven Isotopen unterziehen, 14 neue hochmoderne Betten mit „Cockpit“ zur Verfügung. Zur Eröffnung der Therapiestation findet am Montag, 22. November, ein Kurzsymposium zu therapeutischen Möglichkeiten in der Nuklearmedizin statt.


Im Hangflügel der Chirurgischen Klinik erfolgte der Neubau der Therapiestation, da die vorherige Station nicht mehr den Anforderungen des Strahlenschutzes entsprach. Die neue Station verfügt wieder über 14 Betten, die in zwei Einzel- und sechs Doppelzimmern untergebracht sind. Jedes Bett hat ein neuartiges "Cockpit-System" mit Telefon, Radio, Fernsehen, und Schwesternruf. Die Zimmer sind jeweils mit einer Nasszelle ausgestattet. Um dem Strahlenschutz gerecht zu werden, wurden auf der Station spezielle Bauteile wie Bleidecken und Doppelmantel-Kunststoffabwasserrohre eingebaut, so dass keine radioaktiven Strahlen austreten können. Zudem gibt es beispielsweise auch eine Personalschleuse. Die Patienten können weiter den kleinen „Therapiegarten“ im Freien nutzen. Das Bauprojekt nach neuesten Standards kostete rund 4.800.000 Euro – finanziert durch Bau- und Investitionszuschüsse des Landes NRW.

Etwa 1.100 Patienten werden jährlich in der Bonner Uni-Nuklearmedizin behandelt. Die Klinik bietet als eins der wenigen Zentren weltweit das komplette Spektrum der nuklearmedizinischen Therapie an, über die das Kurzsymposium informiert. Nachdem bis in die 90er Jahre hinein 95 Prozent der Patienten an gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen litten, haben durch die Jodprophylaxe unter anderem Kröpfe deutlich abgenommen. Daraus ergab sich die Möglichkeit, neue Therapieformen wie die selektive interne Strahlentherapie bei Lebertumoren und Metastasen einzuführen. Dabei wird mit Hilfe des Radiologen ein Gefäßkatheter in die Leberschlagader eingebracht, um anschließend radioaktive Mikropartikel zu applizieren. Ein weiterer, neuer Schwerpunkt ist beispielsweise die Radiopeptid-Behandlung von neuroendokrinen Tumoren. Hierbei werden radioaktiv markierte Hormone injiziert, die an entsprechenden Bindungsstellen am Tumor andocken. Mit diesen beiden Verfahren werden etwa 300 - 350 Patienten jährlich auf dem Venusberg behandelt. Darüber hinaus bietet Bonn seit etwa 20 Jahren die Behandlung von Knochenmetastasen mit radioaktiven Therapie-Präparaten an.

Hinweis für die Redaktionen:
Medienvertreter sind eingeladen, sich am Montag, 22. November, im Rahmen des Symposiums selbst ein Bild über die in Bonn angebotenen Therapiemöglichkeiten der Nuklearmedizin zu machen. Die Veranstaltung findet von 16 bis 18 Uhr im Kleinen Hörsaal der Chirurgischen Klinik, Sigmund-Freud-Str. 25, statt. Gerne steht Professor Dr. Hans-Jürgen Biersack nach der Veranstaltung für Fragen zur Verfügung.

Kontakt:
Professor Dr. Hans-Jürgen Biersack, Klinik
Direktor der Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228-287-15181
E-Mail: hans-juergen.biersack@ukb.uni-bonn.de