re:animation
re:animation: Ausstellung im Dialog mit Zeichnungen und Skulpturen von Ruth Tauchert läuft bis zum 1. Februar



Die neue Sonderausstellung re:animation des Ägyptischen Museums der Universität Bonn zeigt Objekte aus dem Alten Ägypten im Dialog mit Zeichnungen und Skulpturen von Ruth Tauchert. Die Ausstellung ist bis zum 1. Februar 2018 zu sehen. Ringer des Turn- und Kraftsportvereins Bonn-Duisdorf nehmen die „Auseinandersetzung“ mit altägyptischen Vor-Bildern auf.

Unter dem Titel "re:animation" präsentiert das Ägyptische Museum der Universität Bonn Statuetten, Reliefs und andere Artefakte aus dem Alten Ägypten mit Zeichnungen und Skulpturen von Ruth Tauchert. Mit ihren Objekten aus Bronze und Gips vollzieht die Bonner Künstlerin einen Zeitsprung von der pharaonischen Epoche ins Jahr 2017. Zwei Jahre nach ihrer Ausstellung „Vergöttert“ im Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn werden erneut antike Exponate den neu geschaffenen Kunstobjekten an die Seite gestellt.

Duisdorfer Ringer
Ruth Tauchert hat für diese Ausstellung unter anderem Bilder heutiger Ringer angefertigt. Die Männer vom Turn- und Kraftsportverein Bonn-Duisdorf (TKSV Bonn-Duisdorf) wurden von der Künstlerin während ihres Trainings in der Bonner Hardtberg-Halle live gezeichnet; auch die Bonner Sportler werden so mit entsprechenden Motiven aus altägyptischen Gräbern kontrastiert. Aus den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel wurde für diese Ausstellung eigens eine der seltenen altägyptischen Ringerplastiken ausgeliehen. Darüber hinaus sind Reproduktionen einer rund 4000 Jahre alten bemalten Grabwand zu sehen, auf der nicht weniger als 220 Ringerpaare in verschiedenen Griffen dargestellt sind.

Isis und Horus
Handgroße Bronzefiguren greifen das Thema der stillenden Isis mit dem Horus-Kind auf. Mutter und Kind sind dabei immer in einer gewissen Distanz zueinander. Selbst wenn Horus sich an seine Mutter lehnt, schauen sich die Figuren nie wirklich an, sondern blicken zum Himmel, möglicherweise in die Zukunft. Beide Figuren sind jedoch immer eng miteinander verbunden und tragen das Thema Zeit und ewiger Kreislauf von Leben und Tod in sich, der in der altägyptischen Mythologie durch den Osiris-Horus-Zyklus versinnbildlicht wird. Einem strengen, völlig auf Funktion fokussierten Rollenverständnis wird hier eine sehr intime, lebendige Darstellungsweise gegenübergestellt.

Vom Horus zum Osiris
Die Ausstellung zeigt durch Bronzeskulpturen als auch Zeichnungen die Entwicklung des Horus vom Kleinkind zum (u.a. auch im Ringkampf) starken, selbstbewussten jungen König und Nachfolger seines ermordeten und mumifizierten Vaters Osiris, bis hin zu dessen Rolle als Herrscher der Unterwelt. Von Mumien hat die Künstlerin Portraitzeichnungen angefertigt und versetzt sie durch ihre Darstellung in eine Art Zwischenwelt: Die Gegenüberstellung von Portrait und Mumie macht nachvollziehbar, wie nach ägyptischer Vorstellung letztlich jeder Verstorbene zu Osiris wurde. Auch andere Objekte des Ägyptischen Museums wie Opfergabenträgerinnen, Dienerfiguren aus Holz sowie die Uschebtis, deutsch: Antworter, die alle der ewigen Versorgung der Toten im Jenseits dienen sollten, werden künstlerisch animiert.
Das Museum führt mit der Ausstellung re:animation das vom früheren Kurator Martin Fitzenreiter etablierte Konzept als offenes "Laboratorium der Aneignung" fort.

Eröffnung der Ausstellung
Die Ausstellung wird eröffnet am Mittwoch, dem 11. Oktober 2017, um 18.30 Uhr im Ägyptischen Museum der Universität Bonn. Der Kurator des Museums, Dr. Frank Förster, führt in die Ausstellung ein.

Zwei Sonderveranstaltungen. Begrenzte Teilnehmerzahl infolge Bauarbeiten
Zur Ausstellung werden zwei Sonderveranstaltungen angeboten:
Am Sonntag, dem 15. Oktober 2017, werden um 18.00 Uhr Ringer des TKSV Bonn-Duisdorf im Museum in die Auseinandersetzung mit altägyptischen Ringkampfdarstellungen treten und diese zu neuem Leben erwecken.
Drei Tage später werden am Mittwoch, dem 18.10.2017, um 18:30 Uhr Alexander Büttner und Prof. Dr. Ludwig Morenz zum Thema „Von Kölner Heinzelmännchen und Uschebtis: Altägyptische Konzeptionen von Arbeit" vortragen und damit auf einen speziellen Typus von altägyptischen Dienerfiguren und ihre modernen Äquivalente näher eingehen.
Infolge aktueller Bauarbeiten im Hauptgebäude der Universität ist derzeit die Anzahl der Teilnehmer für diese Veranstaltungen limitiert. Eine vorherige Anmeldung im Museum ist erforderlich.

Kontakt:
Dr. Frank Förster, Kurator
Ägyptisches Museum der Universität Bonn
Regina-Pacis-Weg 7, 53113 Bonn
Tel.: 0228-73-9710 oder -9717
E-Mail: aegyptisches-museum@uni-bonn.de
Internet: www.aegyptisches-museum.uni-bonn.de
Öffnungszeiten: Di.–Fr. 13–17 Uhr, Sa. und So. 13–18 Uhr (an Feiertagen geschlossen)




Bilder:
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Bronzeplastik einer Schwangeren vor bandagierten Tiermumien im Bonner Ägyptischen Museum. Foto: © Thilo Beu.
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-225-2017/images/Schwanger-UniBonn-Beu2017.jpg
Mehrere sog. Uschebtis ("Antworter"), kleine Dienerfiguren aus Fayence, neben Gipsfiguren der Künstlerin, die sich aus der Mumienstarre ihre altägyptischen Vorbilder befreien. Foto: © Thilo Beu.
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Mumienportrait mit Selbstportrait von Ruth Tauchert, Mischtechnik auf Papier. Foto: Uni Bonn / Thilo Beu 2017
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Kleine Ringerplastik aus bemaltem Kalkstein, ca. 2000 v. Chr. Leihgabe aus den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel. Foto: ©KMKG-MRAH, Brüssel.
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Zwei Bronzefiguren von Ruth Tauchert vor einem Grabrelief im Ägyptischen Museum der Universität Bonn: Horus als Kleinkind (links) und als junger Mann (rechts). Foto: © Thilo Beu.
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