Optionen bei defekten Herzklappen
Patientenkolloquium rund um die Behandlung von Herzklappenerkrankungen




Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums „Uni-Medizin für Sie – Mitten im Leben“ veranstaltet das Universitätsklinikum Bonn auch diesen Monat wieder einen Informationsabend. Das Kolloquium steht unter dem Motto: „… wenn die Ventile des Herzens Hilfe brauchen - Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen am Bonner Herzzentrum“. Die Vorträge geben einen Überblick über Diagnose, Prognose und Behandlung verschiedener Herzklappenerkrankungen. Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 19. September, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg, statt.


Wenn Herzklappen nicht mehr funktionieren, dann wird nicht mehr genug Blut und damit auch Sauerstoff in den Körpertransportiert. Daraus folgen meist Atemnot, Ohnmachtsanfälle, Wasseransammlungen in den Beinen oder auch in der Lunge. Das Alter spielt dabei ebenfalls eine Rolle: Die Mehrheit der Betroffenen ist über 70 Jahre alt. Aber auch junge Menschen können defekte oder verschlissene Herzklappen haben. Herzklappenerkrankungen machen oft über lange Zeit keine Beschwerden und werden manchmal rein zufällig in einer Routineuntersuchung entdeckt. Dennoch sind sie immer ernst zu nehmen. Wenn sie nicht behandelt werden, können die Symptome immer heftiger werden und schließlich auch zum Herztod führen.

Die Behandlung ist ganz individuell

„Die Heilungschancen der meisten Herzklappenfehler sind inzwischen sehr gut“, sagt Prof. Dr. Georg Nickenig, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn. „Bei einem sehr schweren Defekt muss die Klappe repariert, oder auch erneuert werden“. Dr. Wolfgang Schiller, Leitender Oberarzt an der Klinik für Herzchirurgie auf dem Venusberg, ergänzt: „Mit Medikamenten allein können meistens keine Erfolge erreicht werden.“

Ein chirurgischer Klappenersatz unter Einsatz der Herzlungenmaschine ist Goldstandard und verläuft normalerweise ohne Komplikationen. Das Team um Prof. Dr. Armin Welz, Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Bonn, hat dabei wiederholt deutschlandweit mit die sichersten und besten Ergebnisse erzielt. Doch für Betroffene im hohen Alter mit Zusatzerkrankungen ist eine Operation am offenen Herzen oftmals mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dafür gibt es neuerdings eine schonende Alternative, bei der eine Herzklappe über einen Katheter implantiert wird. Solche Eingriffe führt das Bonner Herzzentrum derzeit etwa 200 Mal im Jahr durch. Zudem setzt das Team um Prof. Nickenig neben den üblichen zwei Herzklappen auch andere neue Herzklappensysteme ein. Damit gehört das Bonner Uni-Klinikum diesbezüglich nicht nur zu den größten Zentren weltweit, sondern es ist auch eines der wenigen, die über eine derartige Vielfalt an Herzklappeninnovationen verfügt.

Aufklärung ist das A und O

Nach der Diagnose „Herzklappenfehler“ ist Aufklärung erst einmal das Wichtigste. Dabei hilft diese Veranstaltung. Prof. Nickenig und Dr. Schiller informieren über die Auswirkungen der Herzklappenerkrankungen, Therapiemöglichkeiten und die neuesten Entwicklungen in der Behandlung. Vor Ort kann man sich auch direkt an die Experten wenden, um Fragen zu stellen.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Georg Nickenig
Medizinische Klinik II
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228 / 287-15217
E-Mail: georg.nickenig@ukb.uni-bonn.de

Dr. Wolfgang Schiller
Leitender Oberarzt
Klinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14190
E-Mail: Wolfgang.Schiller@ukb.uni-bonn.de