Lungensequester


Beim Lungensequester handelt es sich im Prinzip um einen überzähligen und fehlgebildeten Lungenlappen, der in der überwiegenden Zahl der Fälle im linken unteren Brustkorb liegt und über ein atypisches Gefäß direkt aus der Bauchschlagader versorgt wird. In den meisten Fällen beeinträchtigt dieser Tumor das ungeborene Kind nicht und seine Größe nimmt im letzten Schwangerschaftsdrittel deutlich ab, so dass er in vielen Fällen bei der Geburt kaum noch nachweisbar ist.


In wenigen Fällen allerdings führt der Sequester zu einer markanten Flüssigkeitsansammlung (Hydrothorax) im Brustkorb, die zu einer Pumpschwäche des Herzens führen kann. Das Kind lagert dann immer mehr Wasser ein und kann schließlich auch bereits vorgeburtlich versterben.



In diesen ausgeprägten Fällen kann das den Tumor speisende Gefäß mittels Laserenergie verschlossen werden. Dies erfolgt mit einer Laserfaser, die mit Hilfe einer Hohlnadel unter Ultraschallkontrolle in den Brustkorb des ungeborenen Kindes und schließlich in den Tumor eingebracht wird. Vor dem Eingriff erhält das Kind über eine dünne Nadel eine Narkoseinjektion unter die Haut oder in die Gesäßmuskulatur. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung der Mutter und dauert etwa 20 Minuten. Nach dem Eingriff folgt üblicherweise ein stationärer Aufenthalt von 2 Tagen. In den folgenden Wochen reduziert sich die Tumorgröße in den meisten Fällen und der Zustand des Kindes verbessert sich deutlich. Nach der Geburt müssen üblicherweise die Reste des Sequesters über einen kleinen Eingriff entfernt werden.

Dieser vorgeburtliche Eingriff ist nur bei sehr wenigen betroffenen Kindern notwendig und birgt auch Risiken. Daher sollte die Therapie von einem mit dieser Erkrankung erfahrenen Pränatalmediziner festgelegt werden. Gerne beraten wir Sie im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung über die Chancen und Risiken eines solchen Eingriffes in Ihrem persönlichen Fall.





Unsere Erfahrungen mit dieser Technik haben wir in folgendem Artikel zusammengefasst:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/uog.13304/abstract