„Contagion“: Ein tödliches Virus geht um die Welt
Wissenschaftler unter Beteiligung der Universität Bonn stellen zum Filmstart Hintergrundinformationen bereit




Heute kommt Steven Soderberghs „Contagion“ in die deutschen Kinos. Es handelt sich dabei um ein filmisches Protokoll einer Seuche, die weltweit und rasend schnell zig Millionen Menschen tötet. Der Film ist fiktiv, er hat aber reale Vorbilder - beispielsweise SARS oder die Vogelgrippe. Prof. Dr. Christian Drosten, Virologe an der Universität Bonn, nimmt zusammen mit weiteren Wissenschaftlern der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen zum Thema Stellung.


Die Schweinegrippe ist den Figuren in Steven Soderberghs Film „Contagion“ wie dem Publikum noch sehr präsent, deutsche Zuschauer mögen sich auch an den EHEC-Ausbruch des vergangenen Sommers erinnert fühlen. Über den aktuellen Stand der Forschung in Deutschland und die Frage, ob wir für den Ausbruch eines solchen neuen Erregers gewappnet sind, führte die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen ein Gespräch mit den Virologen Prof. Dr. Christian Drosten von der Universität Bonn und Prof. Dr. Stephan Ludwig von der Universität Münster sowie mit dem Genomforscher Prof. Dr. Dag Harmsen (Universität Münster). Die Zoonosen-Forschung untersucht die Übertragung von Infektionskrankheiten zwischen Menschen und Tieren.

„Es wird zunehmend klar, dass alle relevanten Viren aus dem Tierreich kommen“, sagt Prof. Drosten, Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Bonn, im Interview der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen. Wenn der Übergang aus dem Tierreich schon Jahrtausende zurück liegt, sei das Virus in der Regel gut angepasst und verursache nur noch geringe und meist eher chronische Krankheitssymptome. „Viren, die aber gerade eben einen Wirtswechsel hinter sich haben – z.B. der SARS-Erreger – machen akute, heftige und schwere Epidemien, die hoch ansteckend sind“, erläutert Prof. Drosten.

Der Film thematisiert unter anderem die fieberhafte Suche der Wissenschaftler und Behörden nach dem Erreger, seinem Ursprung und seinen Eigenschaften, seinen Übertragungswegen sowie den Möglichkeiten, der weltweiten Pandemie Einhalt zu gebieten. „Wir Menschen stehen heute viel enger in Kontakt als früher“, stellt Prof. Drosten fest. „Heute sind Flugreisen auch für Normalbürger an der Tagesordnung, und in der Geschäftswelt reist man auf Routinebasis zwischen den Kontinenten.“ Dazu komme der globalisierte Warenverkehr, der auch Lebensmittel und Tiere über den Globus verteilt. „Was uns dann im Alltag z.B. in Form neuer Marienkäfer-Arten aus Asien über den Weg läuft, findet auf submikroskopischer Ebene auch bei den Viren statt“, sagt der Bonner Virologe. „Es kommen neue Arten bei uns an, die uns krank machen können.“

Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Informations- und Servicenetzwerk für alle in Deutschland aktiven Arbeitsgruppen im Bereich der Zoonosenforschung.

Das Interview und alle Hintergrundmaterialien finden Sie unter www.zoonosen.net oder www.tmf-ev.de


Informationen zum Film: wwws.warnerbros.de/contagion/splash.html

Kontakte:

Prof. Dr. Christian Drosten
Direktor des Instituts für Virologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28711055
E-Mail: drosten@virology-bonn.de

Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
Ansprechpartner für die Medien
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Tel.: 030/31011972
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