Zwerchfellhernie


Bei der Zwerchfellhernie handelt es sich um eine unterschiedlich große Lücke des Zwerchfells, einer muskulären Trennwand zwischen Bauchraum und Brustkorb, über die im Laufe der Schwangerschaft Organe des Bauchraumes (Magen, Darm, Leber) in den Brustkorb verlagert werden. Diese verdrängen das Herz und vor allem die Lungen und führen in ausgeprägten Fällen zu einer Lungenunter- und Fehlentwicklung, die nach der Geburt tödlich verlaufen kann.



Bei einem Teil der Kinder ist die Lungenentwicklung nur wenig beeinträchtigt und eine Geburt kann in einem Zentrum mit kinderchirurgischer Versorgung erfolgen. Bei einem weiteren Teil besteht eine starke, aber nicht tödliche Beeinträchtigung der Lungenentwicklung. Diese sollten an einem Zentrum mit der Möglichkeit der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) entbunden werden. Bei der ECMO werden nach der Geburt für eine kurze Zeit die Lungen durch eine Maschine ersetzt. Der dritte Teil der Kinder wird mit stärkster Lungenentwicklungsverzögerung geboren, die auch durch eine ECMO-Therapie nicht ausgeglichen werden kann. Bei diesen Kindern sind die Überlebenschancen sehr schlecht, wenn nicht ein Ballon in die Luftröhre des Kindes eingesetzt wird. Dieser Ballon wird mit Hilfe einer kleinen Kamera (Fetoskop) über eine Holnadel in die Fruchthöhle, in den kindlichen Mundraum und schließlich in die Luftröhre eingebracht und dort aufgeblasen. Der Eingriff erfolgt nach der 27. Schwangerschaftswoche, in örtlicher Betäubung und dauert etwa 20 Minuten. In den darauf folgenden Tagen erhöht sich der Druck in den Lungen und regt das Lungenwachstum stark an. Nach 5-6 Wochen wird der Ballon auf demselben Weg entfernt und das Kind kann in einem entsprechenden Zentrum geboren werden.

In den letzten Jahren sind an der Universitätsfrauenklinik in Bonn mehr als 40 vorgeburtliche Ballonkathetereinlagen erfolgt. Auch zählt das kinderchirurgische Team von Dr. Bachour und Dr. Heydweiler mit über 20 Jahren Erfahrung bei Zwerchfellhernienoperationen zu den führenden in Deutschland.

Um zu entscheiden, welche Vorgehensweise für Ihr Kind in Frage kommt, sollten sie sich frühzeitig zu einer genauen Ultraschalluntersuchung bei uns vorstellen. Nach der 26. Schwangerschaftswoche führen wir bei allen betroffenen Kindern eine Magnetresonanztomographie (MRT) und eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung zur Bestimmung des Lungenvolumens durch. Anhand dieser Daten wird entschieden, ob Ihr Kind von einer intrauterinen Therapie profitiert.

Als einziges Deutsches Zentrum nehmen wir am TOTAL-Trial teil, in dessen Rahmen untersucht wird, ob auch Feten mit weniger stark ausgeprägten Zwerchfellhernien von einer Balloneinlage profitieren, die dann allerdings später in der Schwangerschaft erfolgt. Sollte Ihr Kind für diese Studie in Frage kommen, informieren wir Sie gerne.