Schirmchen machen Eingriff an der Herzklappe sicherer
Live-Übertragung des Kathetereingriffs per Satellit nach Rom




Kardiologen des Universitätsklinikums Bonn nutzen seit kurzem ein neuartiges Schirmchen-System, das einen Schlaganfall nach einem Eingriff am Herzen verhindert. Am 10. und 11. Februar sind weltweit führende Herzspezialisten anlässlich eines internationalen Kongresses in Rom bei der erstmaligen live-Übertragung per Satellit zugeschaltet.


Bei einer verengten Aortenklappe oder einer undichten Mitralklappe half bis vor wenigen Jahren nur eine aufwändige Operation. Neueste Techniken erlauben heutzutage eine schonende Korrektur derartiger Defekte per Herzkatheter. „Doch bergen auch diese technologisch ausgereiften und apparativ sehr anspruchsvollen Eingriffe bestimmte Risiken. So gibt es beispielsweise bei Eingriffen an einer stark verkalkten Herzklappe ein Schlaganfallrisiko von zwei bis fünf Prozent“, sagt Professor Dr. Georg Nickenig, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn. Denn bei dem Eingriff können sich kleine Verkrustungen von der verkalkten Herzklappe lösen. Gelangen diese im Blutstrom bis zum Gehirn, besteht akute Schlaganfallgefahr.

Gespanntes Netz fängt Kalkstücke auf

Daher setzen die Bonner Kardiologen bei solchen Eingriffen jetzt eine neuartige Methode ein. Über eine kleine Punktion in den Armen führen sie dabei zwei kleine Schirmchen rechts und links in die Haupthalsschlagadern. Sie bestehen aus einer dünnen Haut mit kleinen, blutdurchlässigen Poren. „Lösen sich bei dem Katheter-Eingriff Kalkbröckchen von der Herzklappe, fängt die gespannte Haut diese vor dem Gehirn wie ein Sieb auf“, erklärt Professor Nickenig. „Ein Schlaganfall wird so verhindert.“ Dieses Verfahren hat sich bereits bei der Erweiterung verengter Halsschlagadern per Ballon-Katheter bewährt. Im Rahmen des internationalen Joint Interventional Meetings demonstrieren die Bonner Kardiologen diesen neuartigen Eingriff ihren internationalen Kollegen live via Satellit.

Die Kardiologen-Tagung findet vom 10. bis 12. Februar in Rom statt. Dort werden die neuesten interventionellen Behandlungsmethoden in der Herzkreislauf-Medizin gezeigt und unter 2.000 Experten diskutiert. Neben Mailand und London überträgt das Bonner Team um Professor Nickenig – seit kurzem durch Professor Eberhard Grube bereichert, einem Pionier der Herzkatheterbehandlungen - aus drei Herzkatheterlaboren neueste interventionelle Techniken via Satellit nach Rom. Die Bonner Live-Übertragungen finden jeweils am 10. und 11. Februar von 10.30 bis 12.15 und von 16.30 bis 18 Uhr statt.

Hinweis für die Medienvertreter:

Medienvertreter sind eingeladen, sich am Donnerstag, 10. Februar, um 14 Uhr im Raum 102 im Erdgeschoss der Medizinischen Klinik mittels Videoaufzeichnungen selbst ein Bild von Eingriffen im Herzkatheterlabor zu machen. Professor Nickenig und Professor Grube stehen für ein Gespräch zur Verfügung. Um eine Anmeldung unter der Telefonnummer 0228/ 73-4727 oder E-Mail inka.vaeth@uni-bonn.de wird gebeten.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Georg Nickenig
Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-15217
E-Mail: georg.nickenig@ukb.uni-bonn.de