Patienteninformationen der Abteilung für Endoskopie
























Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, sehr geehrte Angehörige unserer Patienten,

Ihr Arzt hat Ihnen zur Abklärung und ggf. Behandlung Ihrer Beschwerden eine Endoskopie („Spiegelung“) des Verdauungstraktes oder eine Organpunktion zur Gewinnung einer Gewebeprobe empfohlen. Moderne endoskopische Verfahren ermöglichen heutzutage eine meist schmerzfreie und risikoarme Diagnostik und Therapie der verschiedensten Erkrankungen von Magen, Darm, Gallenwegen, Leber und Bauchspeicheldrüse. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen ersten, allgemeinen Überblick über die häufigsten Untersuchungen und Eingriffe in unserer Abteilung für Endoskopie verschaffen. Die Informationen sollen Ihnen dabei helfen, erste Fragen zu klären, besser zu verstehen, was Sie in unserer Abteilung erwartet und wie Sie sich am besten auf den jeweiligen Eingriff vorbereiten können. Dabei erhebt diese Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll eine hilfreiche Ergänzung zum unverzichtbaren Arzt-Patienten-Gespräch sein.


Untersuchung ambulant oder stationär?


Je nach Umfang und Risiken kann der endoskopische Eingriff ambulant erfolgen oder muss im Rahmen eines zumeist kurzen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Dies wird Ihr behandelnder Arzt vorher mit einem der Mitarbeiter der Endoskopie besprechen. Bestimmte Eingriffe, wie z.B. eine ERCP oder Leberbiopsie führen wir ausschließlich als stationären Eingriff durch.
Bei einem stationären Eingriff kümmern sich die ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter auf Ihrer Station um die erforderlichen Vorbereitungen (Aufklärung, Blutabnahmen, Abführmaßnahmen etc.). Bei einem ambulanten Eingriff sind ebenfalls einige vorbereitende Maßnahmen zu treffen und Vorsichtsmaßnahmen nach dem Eingriff zu beachten. Diese finden Sie in den weiteren Abschnitten unserer Internetseite kurz zusammengefasst.


Aufklärungsgespräch


Unter einer medizinischen Aufklärung versteht man das Gespräch zwischen Arzt und Patient im Vorfeld einer geplanten Untersuchung, in dem der Patient über die Art des Eingriffes, dessen Ablauf, den Nutzen, die Nachteile, Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, mögliche Alternativen, Vorbereitung und Nachsorge informiert wird. Ein endoskopischer Eingriff oder eine Leberpunktion dürfen nur nach einem solchen Aufklärungsgespräch durchgeführt werden. Um dem Patienten eine ausreichende Bedenkzeit zu gewähren, muss dieses Aufklärungsgespräch mindestens 24 Stunden vor dem Eingriff stattfinden (nur bei akuten Notfällen kann die Aufklärung auch kurz vor dem Eingriff erfolgen). Ein solches Aufklärungsgespräch ist auch dann erforderlich, wenn der Eingriff schon mehrmals bei Ihnen durchgeführt wurde (das Gespräch kann dann auf Ihren Wunsch hin entsprechend abgekürzt werden). Nutzen Sie die Gelegenheit des Aufklärungsgespräches, um offene Fragen zum Eingriff selbst, zu Vor- und Nachbereitung und zu bestehenden Risiken mit dem Arzt zu besprechen! Bitte informieren Sie Ihren Arzt in dem Aufklärungsgespräch auch über bei Ihnen vorliegende Besonderheiten (z.B. wenn Sie einen Herzschrittmacher oder einen Defibrillator [ICD] tragen, wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder wenn Sie am Magen-Darm-Trakt bereits schon einmal operiert worden sind).
Auf dem Aufklärungsbogen dokumentieren Sie und der aufklärende Arzt jeweils mit Ihrer Unterschrift und dem Datum des Gesprächs, dass die Aufklärung stattgefunden hat und Sie mit dem geplanten Eingriff einverstanden sind.
Bitte haben Sie Verständnis, dass eine gültige Aufklärung Bedingung für die Durchführung der Untersuchung ist. Liegt uns kein gültiges Aufklärungsdokument vor, werden wir den Eingriff nicht durchführen.


Laborwerte und Medikamente


Für die meisten Untersuchungen und Eingriffe benötigen wir zu Ihrer Sicherheit vor der Untersuchung aktuelle Blutwerte (mindestens Blutgerinnung und ein aktuelles Blutbild). Die Bestimmung der Blutwerte kann durch Ihre betreuende Ambulanz (z.B. Gastroambulanz oder CIO-Ambulanz) oder auch durch einen niedergelassenen Kollegen erfolgen. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung oder Blutplättchenfunktion beeinflussen, wie z.B. Acetylsalicylsäure (= Aspirin, ASS), Phenprocoumon (= Marcumar®), Clopidogrel (= Plavix®, Iscover®), Rivaroxaban (= Xarelto®) oder auch „Blutverdünnungsspritzen“ (z.B. Heparin oder Enoxaparin [= Clexane®]), muss vor dem endoskopischen Eingriff geklärt werden, ob die Medikamente pausiert werden können bzw. müssen. Pausieren Sie diese Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache, sondern besprechen Sie das Vorgehen immer mit Ihrem behandelnden Arzt. Nutzen Sie hierzu auch das Aufklärungsgespräch.


Sedierung („Schlafspritze“)


Wir bieten Ihnen an, Sie für die Untersuchung mittels eines kurzwirksamen Narkosemittels für wenige Minuten in einen Tiefschlaf (Sedierung) zu versetzen. Immer wenn für eine Untersuchung (egal welcher Art) Schlafmedikamente verabreicht werden sollen, müssen Sie am Untersuchungstag nüchtern sein; d.h. dass Sie ab 22 Uhr des Vortages keine festen Nahrungsmittel zu sich nehmen und spätestens ab 4 Uhr morgens nicht mehr trinken dürfen. Wichtige Medikamente, deren Einnahmezeitpunkt nicht auf eine spätere Uhrzeit verschoben werden kann, dürfen am Morgen mit wenig Wasser eingenommen werden. Halten Sie bei Unklarheiten ggf. Rücksprache mit ihrem Arzt. An Sedierungsmedikamenten verwenden wir in den meisten Fällen Propofol und/oder Midazolam (Dormicum®). Die Sedierung wird unter permanenter Überwachung von Sauerstoffsättigung und Kreislaufparametern von einer zweiten Person (Arzt oder speziell ausgebildete Pflegekraft) durchgeführt. Bitte denken Sie jedoch daran, dass Sie nach einem Eingriff mit Sedierung mind. 1 Stunde in unserem Aufwachraum überwacht bleiben müssen. Darüber hinaus gilt, dass Sie für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen (auch nicht als Radfahrer, Fußgänger oder mit öffentlichen Straßenverkehrsmitteln [Bus, Bahn]) und dass Sie generell Handlungen unterlassen müssen, mit denen Sie sich oder andere Personen potentiell einer Gefahr aussetzen (z.B. beim Bedienen von Maschinen). Um die genannten Bedingungen einzuhalten, ist es daher bei ambulanten Untersuchungen mit Sedierung immer zwingend erforderlich, dass Sie nach dem Eingriff durch eine zweite Person im Aufwachraum unserer Abteilung für Endoskopie abgeholt und von dieser nach Hause begleitet werden. Zu Hause sollten Sie für 24 Stunden nach einem Eingriff mit Schlafmedikamenten grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt sein. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir einen ambulanten, endoskopischen Eingriff nicht mit Sedierung durchführen werden, wenn Sie nicht durch eine Begleitperson abgeholt werden können.


Am Tag der Untersuchung


Wenn der Eingriff ambulant geplant ist, wird Ihnen die betreuende Ambulanz im Vorfeld einen Termin mit Datum und Uhrzeit mitteilen. Kommen Sie bitte etwas früher als zum vereinbarten Termin, damit Sie sich vorher noch in der jeweiligen Ambulanz anmelden können. Bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit und ggf. einen Überweisungsschein. Von der Ambulanz werden Sie dann weiter in unsere Endoskopieabteilung geschickt, wo sich dann das Endoskopiepersonal um Sie kümmert. Bitte planen Sie großzügig Zeit für Ihre Untersuchung ein und haben Sie bitte Verständnis, wenn es manchmal trotz Vergabe eines festen Termins zu Verzögerungen und Wartezeiten kommt: die Dauer der Untersuchungen vor Ihnen lässt sich nicht immer vorherbestimmen – gerade als Uniklinikum haben wir regelhaft mit sehr komplexen Eingriffen und mit Notfällen zu tun, deren Dauer nicht ausreichend vorhersehbar ist. Bei Eingriffen, die stationär geplant werden, vergeben wir grundsätzlich keine festen Untersuchungsuhrzeiten. Dies ist aus organisatorischen Gründen leider anders nicht möglich.
Vermeiden Sie das Anziehen von stark einengenden Kleidungsstücken und bedenken Sie bitte, dass die Kleidung je nach Untersuchung durch auslaufenden Speichel, Magensekret, Darmsekret oder auch Blut verschmutzt werden kann.
Bitte vermeiden Sie es, größere Geldbeträge oder Wertsachen mit zur Untersuchung zu bringen. Wir können keine Haftung bei Verlust oder Schäden übernehmen!
Wenn Sie den vereinbarten Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie, so frühzeitig wie möglich telefonisch Bescheid zu geben (am besten in der Sie betreuenden Ambulanz, damit dort ggf. direkt ein Alternativtermin mit Ihnen vereinbart werden kann).


Allgemeine Informationen zu endoskopischen Eingriffen


Die in diesem Abschnitt aufgeführten Informationen gelten für die meisten Eingriffe, die wir in unserer Abteilung durchführen.
Bei endoskopischen Eingriffen wird der Magendarmtrakt mithilfe eines beweglichen Schlauches („Endoskop“), an dessen Ende sich eine Lampe und eine Kamera befinden, nach krankhaften Veränderungen abgesucht. Um ausreichend gute Sicht auf die Schleimhaut zu erhalten, müssen wir während der Untersuchung Luft in den Magendarmtrakt pumpen. Diese zusätzliche „Luft im Bauch“ können Sie unter Umständen während und im Anschluss an die Untersuchung als störend oder manchmal auch schmerzhaft-drückend empfinden. Aus krankhaften Veränderungen, die wir während der Untersuchung finden, können bei Bedarf in derselben Sitzung Gewebeproben entnommen und an unser Institut für Pathologie zur weiteren Beurteilung gesendet werden. Die Untersuchung von Gewebeproben dauert je nach Fragestellung in der Regel 2 bis 5 Tage. Das Ergebnis der endoskopischen Untersuchung und auch der Gewebeprobenentnahme wird im Falle eines stationären Aufenthaltes Ihr behandelnder Stationsarzt mit Ihnen besprechen. Wenn der endoskopische Eingriff ambulant durchgeführt wird, dann erfolgt die Befundbesprechung im Rahmen eines gesonderten ambulanten Besprechungstermins in derjenigen Ambulanz, die auch für Sie die endoskopische Untersuchung angemeldet hat (z.B. Gastroambulanz oder CIO-Ambulanz).