Checklisten unterstützen Ambulanzärzte
Moderne EDV-Systeme in der Dermatologischen Ambulanz




Serie: IT-Lösungen an der Bonner Uni-Klinik (3)


Die Informationstechnik (IT) ist heutzutage aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken – vom Klinischen Arbeitsplatzsystem (KAS) bis hin zur elektronischen Gesundheitskarte der Zukunft. Bereits heute gibt es auf dem Venusberg innovative IT-Instrumente, die stärker am Patienten orientierte Abläufe ermöglichen. In einer Miniserie stellen wir drei Modell-Projekte vor:

Die Dermatologische Ambulanz am Universitätsklinikum Bonn stellt auf die elektronische Patientenakte um – als erste Ambulanz am Klinikum. Das Besondere: Aktuelle Checklisten, die so genannten Klinischen Pfade, sind in der neuen EDV-Software integriert und unterstützen die Ärzte bei ihrer Arbeit.

„Wir hoffen, Patienten mit dem neuen System noch besser behandeln zu können“, sagt Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, die zuständige Oberärztin in der Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Bonner Universitätsklinikum. Ihr langjähriges Wissen als Hautärztin hat sie in die Entwicklung der elektronischen Patientenakte mit eingebracht. Zusammen mit den übergeordneten Abteilungen für Prozessmanagement und dem Zentralbereich für Information und Steuerung ist so ein neue EDV-Anwendung entstanden, das ab dem Sommer in Betrieb genommen wird.

Die neue elektronische Patientenakte ersetzt nicht nur das alte Pendant aus Papier. Denn sie kann viel mehr als nur wichtige Daten über Vorgeschichte und Therapie eines Patienten sammeln. Sie enthält so genannte Klinische Behandlungspfade. Diese werden von Kliniken für Krankheiten entwickelt und helfen, schnell und sicher die richtige Entscheidung zu treffen. Denn wie eine Checkliste erinnern die Klinischen Pfade an mögliche Fragen oder Therapieoptionen, die sich bei einer bestimmten Erkrankung ergeben können. Von der Vorgeschichte eines Patienten über Labortests bis zu Medikamenten – für jeden Teil der Behandlung gibt es spezielle Formulare, die auch ausgedruckt werden können.

Zudem bieten das neue EDV-System und die unterschiedlichen Checklisten auch den Assistenzärzten eine klare und sichere Orientierung, was der Klinikdirektor Professor Dr. Dr. Thomas Bieber in seiner Abteilung erwartet. Trotzdem werde bei jedem Patienten individuell geprüft, was abgesehen von den Vorschlägen des Klinischen Pfades zusätzlich nötig sei.

Alle Patienten der Dermatologischen Ambulanz profitieren davon. Am Ende einer Untersuchung erhalten sie zusätzlich einen Ausdruck mit allen wichtigen Informationen. Sie können in Ruhe nachlesen, wie sie ihre Medikamente nehmen sollen und wann sie sich wieder vorstellen sollen. „Ich wünsche mir informierte Patienten“, sagt Wilsmann-Theis.

Der Leiter des Prozessmanagements Dr. Manfred Uerlich sieht in der konsequenten Einführung der Klinischen Behandlungspfade eine große Chance, die medizinische Versorgung noch weiter zu verbessern. „Wir erhöhen so die Qualität unserer Leistungen. Denn mit Hilfe der EDV erreichen wir, dass die Patienten nach wissenschaftlich geprüften und standardisierten Abläufen alle gleich gut behandelt werden.“


Mehr Zeit für Patienten

Durch das neu eingeführte moderne EDV-System verspricht sich das Team der Bonner Universitäts-Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie auch mehr Zeit im direkten Kontakt mit den Patienten. Denn die behandelnden Ambulanzärzte können jetzt im Notfall oder bei einem Anruf schnell entscheiden, was zu tun ist. Alle wichtigen Daten sind sofort verfügbar, garantiert lesbar, und bestimmte Informationen stehen immer an derselben Stelle im Programm. Der Bonner Zentralbereich für Information und Steuerung hat es außerdem ermöglicht, dass zwei international bekannte Punktesysteme – mit denen Hautärzte die Schuppenflechte oder Neurodermitis einschätzen – ab jetzt in Bonn elektronisch durchführbar sind. In den nächsten Wochen soll es aber zunächst darum gehen, das neue EDV-System im Alltag der Ambulanz zu erproben. Die Abteilung Prozessmanagement wird dabei die möglichen Fehler sammeln, prüfen und entsprechend nachbessern. Ein Ablauf, der sich bereits bewährt hat.

Das Bild zu dieser Pressemitteilung gibt es im Internet unter http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/230-2009.

Kontakt für die Medien:
Oberärztin Dr. Dagmar Wilsmann-Theis
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-15370
E-Mail: Dagmar.Wilsmann-Theis@ukb.uni-bonn.de

Dr. Manfred Uerlich
Leiter Prozessmanagement
Unternehmensentwicklung am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/ 287-11442
E-Mail: Manfred.Uerlich@ukb.uni-bonn.de