Depressions-Studie: Uniklinikum Bonn sucht Probanden
Forscher prüfen Wirksamkeit einer neuen Behandlungsmethode




Das Universitätsklinikum Bonn sucht für eine Studie Probanden mit einer schwer zu behandelnden Depression. Teilnehmen können Personen zwischen 22 und 68 Jahren, die zuvor erfolglos mit antidepressiven Medikamenten therapiert wurden. Die Forscher wollen an ihnen ein neues Verfahren testen, die tiefe repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Mit ihr lassen sich gezielt und ohne größere Nebenwirkungen bestimmte Bereiche des Gehirns stimulieren oder hemmen.


Bei der transkraniellen Magnetstimulation platzieren die Ärzte eine Spule am Kopf des Patienten. Diese erzeugt kurzzeitig ein starkes pulsierendes Magnetfeld, das seinerseits im Gehirn einen Stromfluss hervorruft. Dieser ist jedoch so gering, dass der Kranke davon kaum etwas mitbekommt. Er erlebt die schmerzlose Behandlung bei vollem Bewusstsein.

Die neue Studie soll die Frage beantworten, ob sich die TMS zur Behandlung schwerer Depressionen eignet. Die Teilnehmer dürfen nicht unter einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson, Demenz oder Epilepsie leiden, da das die Ergebnisse verfälschen könnte. Die Behandlung erfolgt ambulant und erstreckt sich über einen Zeitraum von 18 Wochen.

Der Einsatz der TMS in der Depressions-Therapie wird bereits seit einigen Jahren erforscht - mit uneinheitlichen Resultaten. In der neuen Studie kommt jedoch ein weiter entwickeltes TMS-Verfahren zum Einsatz. Dank neuartiger Magnetspulen erlaubt es auch die Stimulierung tief liegender Hirnregionen. Gerade diese scheinen bei der Entstehung depressiver Verstimmungen eine wichtige Rolle zu spielen. An der Studie nehmen insgesamt etwa 15 Kliniken weltweit teil.

Interessenten können sich an Dipl.-Psych. Diane Lenz oder Dr. Bettina Bewernick von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wenden: Telefon 0228/287-11451 oder -19476, E-Mail: diane.lenz@ukb.uni-bonn.de