Speiseröhren- und Magenkarzinom


In Deutschland besteht beim Ösophaguskarzinom eine jährliche Inzidenz von 4,5 neu diagnostizierten Fällen / 100.000 Einwohner und bei dem Magenkarzinom von etwa 18 neu diagnostizierten Fällen / 100.000 Einwohner.


Diagnostik


Die Diagnose des Ösophagus- und Magenkarzinoms wird durch endoskopische Biopsie mit anschließender histologischer Beurteilung gestellt. Nach der Erstdiagnose werden wir die notwendigen Untersuchungen zur Klärung des Tumorstadiums organisieren. Bei der ergänzenden Diagnostik sind neben der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (Magenspiegelung) ein endoskopischer Ultraschall (Endosonographie) sowie eine Computertomographie des Thorax und des Abdomens notwendig. Bei bestimmten Fällen kann eine Bronchoskopie (Luftröhrenspiegelung) sowie eine PET-CT zur Detektion
verborgener Fernmetastasen, ggf. eine diagnostische Laparoskopie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren (T3/T4) zum Ausschluss einer Peritonealkarzinose präoperativ (= vor OP) notwendig sein.

GIT-Konferenz (Tumorboard)
Nach Abschluss der Diagnostik erfolgt die Vorstellung des Falles in der interdisziplinären GIT-Konferenz zur Festlegung eines Therapiekonzeptes je nach Ausdehnung und Tumorstadium.

Therapie
In Frühstadien kann als Therapie der Wahl eine endoskopische Tumorresektion oder eine direkte chirurgisch-operative Resektion ausreichend sein. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren ist ein multimodales Therapiekonzept mit einer kombinierten Radiochemotherapie oder alleinigen hemotherapie gefolgt von einer Operation notwendig. In der palliativen Situation kann abhängig von der klinischen Situation eine Platin- und 5-FU-basierte Chemotherapie erwogen werden. Tumorbedingte Verengungen (Speiseröhre, Magenausgang oder Zwölffingerdarm) werden durch endoskopische Dehnungsbehandlung, endoskopische Stent-Einlage oder Einlage einer PEG (Perkutane endoskopische Gastrostomie) palliativ in Zusammenarbeit mit unserer Endoskopie beseitigt.

Personalisierte Therapie des Magenkarzinoms
Der Her2-Rezeptor ist ein humaner, epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor auf der Zelloberfläche in etwa 20% der Magenkarzinome. Bei Patienten mit einem positiven Her2-Status ist ein gutes Ansprechen des Tumors auf einer Therapie mit dem gegen Her2 gerichteten Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) zu erwarten. Dieses Medikament wird daher in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie bei diesen Patienten eingesetzt.

Laufende Studien für Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs
folgt

Hereditäre Magenkarzinomformen
In unserer Sprechstunde werden wir bei der Erstvorstellung anhand der Anamnese klären, ob bei Ihnen eine hereditäre Form des Magenkarzinoms bestehen könnte und ggf. weitere Beratung/Untersuchungen im Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik und unserer Sprechstunde für hereditäre Tumorerkrankungen veranlassen. Bei folgenden Patienten besteht ein Verdacht auf ein hereditäres Magenkarzinom:
  • Verwandten ersten Grades von Patienten mit einem Magenkarzinom
  • Hereditäres diffuses Magenkarzinom mit Keimbahnmutation des CDH-1 Gens: frühes Erkrankungsalter oder das Vorliegen eines diffusen Magenkarzinoms und einer familiären Häufung

Weitere Informationen zum Thema Speiseröhrenkrebs/ Magenkrebs
Patienteninformationen zum Thema Magenkarzinom der Deutschen Krebshilfe:
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/007_magen.pdf
Patienteninformationen zum Thema Speiseröhrenkarzinom der Deutschen Krebshilfe:
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/013_speiseroehre.pdf
Aktualisierte S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und
ösophagogastralen Übergangs 2012 der DGVS
http://www.dgvs.de/leitlinien/magenkarzinom/