Exakter Blick im OP findet Tumor und schont Gehirn
Pressetermin: Neurochirurgie weiht OP-Bereich mit nrw-weit erstem intraoperativen Hochfeld MRT-System ein




Die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Bonn nimmt jetzt einen neuen OP-Bereich in Betrieb. Das Herzstück, ein Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) mit einer Feldstärke von drei Tesla, ist das erste intraoperative MRT-Gerät dieser Art in NRW. Damit können bereits während einer Hirnoperation präzise Bilder des Gehirns angefertigt und beliebig häufig aktualisiert werden. Der Neurochirurg kann daher den Stand der Operation jederzeit mittels MRT überprüfen und seine Operationsstrategie anpassen. Dank dieser zusätzlichen Sicherheit kann er zum Beispiel Tumorgewebe präziser und vollständiger entfernen, ohne dabei gesundes Hirngewebe zu gefährden.


Der neue „High-Tech“-Saal eröffnet den Neurochirurgen am Universitätsklinikum Bonn optimale und bisher ungeahnte Möglichkeiten bei Hirn-Operationen. Die computergesteuerte Neuronavigation, mit der bereits vor der eigentlichen Operation eine dreidimensionale „Landkarte“ des Gehirns mit Markierung hochsensibler Areale für den Eingriff erstellt wird, ist mittels modernster Technologie mit dem OP-Mikroskop und dem intraoperativen MRT vernetzt. Dank der aktuellen Bilddaten des intraoperativen MRT kann diese „Landkarte“ jetzt jederzeit aktualisiert werden. Der Operateur kann so die durch den Operationsverlauf zwangsläufig bedingte Verlagerung des Gehirns berücksichtigen und entsprechend reagieren.

„Dadurch haben wir eine direkte Kontrolle über jeden einzelnen Operationsschritt. Beispielsweise können wir nun bei einem Hirntumor noch während der OP an Hand aktueller Bilder entscheiden, ob wir das Tumorgewebe bereits ganz entfernt haben, wie viele Millimeter der Abstand von hochsensiblen Hirnarealen noch beträgt und ob das Risiko einer Fortsetzung der Tumorentfernung für den Patienten vertretbar ist“, sagt Prof. Dr. Hartmut Vatter, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Die neue Technologie stellt daher einen Meilenstein für eine vollständigere Hirntumorentfernung bei zugleich verbesserter Patientensicherheit dar. „Dies untermauert weiter die Spitzenstellung der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Bonn bei der Hirntumorversorgung“, sagt Prof. Vatter

Wir laden die Medien ein, im Rahmen einer

OP-Führung
am Donnerstag, 23. Mai, um 15 Uhr
im OP-Trakt der Neurochirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25


sich selbst ein Bild von dem neuen OP-Bereich zu machen. Die Neurochirurgen werden die Neuronavigation und das intraoperative MRT-Gerät vorführen. Als Gesprächspartner stehen unter anderem Prof. Dr. Hartmut Vatter und Prof. Dr. Hans Schild, Direktor der Universitäts-Radiologie, zur Verfügung. Um Anmeldung unter inka.vaeth@uni-bonn.de wird gebeten.

Auf dem Informationstag des Universitätsklinikums Bonn am Samstag, 25. Mai, kann der neue OP-Bereich auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden.

Hinweis: Der OP-Trakt ist im Gebäude 340 (s. Lageplan / gelber Bereich) im Süden des Venusberg-Campus:
http://www.ukb.uni-bonn.de/42256BC8002B7FC1/vwLookupDownloads/LageplanAktuell.pdf/$FILE/LageplanAktuell.pdf