20 Jahre Sicherheit für Mutter und Kind
Perinatalzentrum feiert sein Jubiläum




Am Samstag, 4. September, feiert das Perinatalzentrum am Universitätsklinikum Bonn sein 20-jähriges Bestehen. Dort arbeiten Frauen- und Kinderärzte Hand in Hand. Seit seiner Gründung hat das Perinatalzentrum Bonn über 10.000 Frühst- und Risikogeborene versorgt.


Das Bonner Perinatalzentrum auf dem Venusberg verfügt über eine der größten und modernsten Intensivstationen für Neugeborene in Deutschland. Es ermöglicht eine allumfassende vor- und nachgeburtliche Behandlung und Diagnostik unter einem Dach. Ein qualifiziertes Team aus Ärzten und Kinderkrankenschwestern betreut kleine Hochrisikopatienten – von extrem Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 400 Gramm bis hin zu Neugeborenen mit komplexen angeborenen Fehlbildungen. Bis zu 16 Kinder können gleichzeitig intensivmedizinisch versorgt werden. „Der enge Kontakt der Eltern zu den Kindern ist dabei unschätzbar“, sagt Professor Dr. Dr. Peter Bartmann, Direktor der Abteilung Neonatolgie an der Universitäts-Kinderklinik.

Bei seiner Gründung vor 20 Jahren war das Perinatalzentrum das erste seiner Art in Deutschland. Damit hatten seine drei Gründer – die Bonner Ärzte Professor Dr. Manfred Hansmann, Professor Dr. Dieter Krebs und Professorin Dr. Sabina Kowalewski – Weitblick bewiesen. Die Idee: Für eine optimale Betreuung sollten Schwangere und ihre Neugeborenen an einem Ort durch ein gemeinsames Team versorgt werden. Schwer erkrankte Neugeborene mussten so nicht mehr direkt nach der Geburt in ein anderes Zentrum transportiert werden, und die Mütter konnten bei ihrem Kind bleiben.

Die vorgeburtliche Einbindung des Kinderarztes ist eine neuere Entwicklung. Erkrankungen, die bereits im Mutterleib diagnostiziert wurden, können so unmittelbar nach der Geburt behandelt werden. Aufgrund der Pionierleistungen bei der vorgeburtlichen Diagnostik und Therapie des ungeborenen Kindes durch Professor Hansmann und Professor Dr. Ulrich Gembruch, Direktor der Bonner Universitäts-Geburtshilfe, können die kleinen Patienten auf dem Venusberg dabei von zahlreichen neuen Verfahren profitieren. Inzwischen zählt das Perinatalzentrum Bonn zu einer der besten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Neues Verfahren mindert Lungenschäden

In den letzten Jahren führte das neonatologische Team um Professor Bartmann beispielsweise ein besonders lungenschonendendes Beatmungsverfahren ein. „Damit konnten wir die Häufigkeit des Auftretens der gefürchteten chronischen Lungenerkrankung bei sehr kleinen Frühgeborenen auf unter fünf Prozent senken“, sagt Professor Bartmann. Die Intensivtherapie nach der Operation angeborener Fehlbildungen ist ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung Neonatologie. „Zusammen mit unseren Kollegen aus Kinderchirurgie, Neurochirurgie, Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie können wir alle angeborenen Fehlbildungen erfolgreich behandeln“, sagt Professor Bartmann. Der Focus in der Zukunft läge in einer noch besseren Behandlung des ungeborenen Kindes im Mutterleib, einer sanfteren Intensivtherapie und dem Einsatz innovativer Verfahren wie Stammzelltransplantation und Methoden des Gasaustausches außerhalb des Körpers. „Zudem gewährleistet unser Perinatalzentrum gerade auch bei einer Nicht-Risikoschwangerschaft Mutter und Kind eine maximale Sicherheit und professionelle, liebevolle Betreuung“, sagt Professor Bartmann.

Hinweis für die Medien:

Eine Führung durch die Früh- und Neugeborenenintensivstation für Medienvertreter ist am 4. September für 12 Uhr vorgesehen. Um Anmeldung unter der E-Mail
inka.vaeth@uni-bonn.de wird gebeten.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Dr. Peter Bartmann
Leiter der Abteilung Neonatologie
Zentrum für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-33408
E-Mail: peter.bartmann@ukb.uni-bonn.de