Wenn die Sehkraft bedroht ist
Patientensymposium zu Makula- und Netzhautdegeneration des Auges




In westlichen Industrieländern sind Degenerationen der Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens, häufige Ursache für eine erhebliche Sehbehinderung. Die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und die Selbsthilfeorganisation Pro Retina e.V. möchten Betroffene und Angehörige über Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten der altersabhängigen Makuladegeneration, kurz AMD, des diabetischen Makulaödems und seltener Netzhautdegenerationen aufklären. Dazu laden sie für Dienstag, 10. September, von 14 bis 17 Uhr die interessierte Öffentlichkeit und Medienvertreter zu einem Patientensymposium in die Aula der Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 3, ein. Die Veranstaltung ist kostenlos


In Deutschland leiden rund 4,5 Millionen Menschen an altersabhängiger Makuladegeneration. Betroffene können bei fortschreitendem Sehverlust nicht mehr Zeitung lesen und erkennen Freunde auf der Straße nicht. Dadurch fällt es ihnen immer schwerer, den Alltag zu bewältigen und das Leben selbständig zu führen. Bei jedem Vierten über 50 Jahre zeigen sich bereits Veränderungen in der Makula. Diese liegt im Zentrum der Netzhaut und beinhaltet mit Millionen zapfenförmiger Sehzellen den Bereich des schärfsten Sehens. Sie ist auch zuständig für unser Farbsehen. Bei AMD bekommen diese Sehzellen aber nicht mehr ausreichend Nährstoffe. „Durch Stoffwechselmüll bilden sich unter der Netzhaut Ablagerungen und Zellen gehen zugrunde. Als Reaktion auf die Ablagerungen können abnorme Blutgefäße wachsen, aus denen Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut gelangen“, erklärt Prof. Dr. Frank Holz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn.

Auf dem Patientensymposium beantworten Referenten alle wichtigen Fragen rund um die AMD, seltenere Netzhautdegenerationen und diabetische Makulaerkrankungen. Denn es gibt vielfältige neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Erörtert wird auch der aktuelle Stand unter anderem der Spritzentherapie mit VEGF-Hemmstoffen, sowie der Gen- und Stammzelltherapie. „Zur optimalen Versorgung gehört in jedem Fall auch die kompetente Anpassung von optischen und elektronischen Sehhilfen sowie anderer wichtiger Rehabilitationsmaßnahmen“, sagt Prof. Holz. Von enormer Bedeutung sind ebenfalls beratende Patientenorganisationen, die die Betroffenen unterstützen, ihre Seheinschränkung zu bewältigen. So stellt die Selbsthilfeorganisation Pro Retina e.V. sich vor und eine Betroffene berichtet über AMD aus der Sicht einer Patientin. Zudem zeigen zahlreiche Aussteller an Informationsständen, was der Markt an Möglichkeiten zum Erhalt oder Verbesserung der Sehfähigkeit bietet. Die Besucher können die verschiedensten Sehhilfen auch selbst testen.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Frank Holz
Direktor der Augenklinik
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15647
E-Mail: frank.holz@ukb.uni-bonn.de