Aktuelles rund um Darmkrebs
Symposium anlässlich des Darmkrebsmonats März




Über 70.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Dickdarmkrebs. Neben Brust-, Lungen- und Prostatakrebs ist er eine der häufigsten Krebsarten überhaupt. Anlässlich des Aktionsmonats gegen Darmkrebs lädt das Bonner Universitätsklinikum Ärzte, Interessierte und Medienvertreter am Mittwoch, 23. März, zu einem Symposium ein. Die kostenlose Veranstaltung rund um neue Aspekte bei Dickdarmkrebs findet ab 18 Uhr im kleinen Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums, Sigmund-Freud-Straße 25, statt.

Experten des Universitätsklinikum, informieren über medikamentöse Prophylaxe und Vorsorge-Tests bei Dickdarmkrebs. Knapp fünf Prozent der Betroffenen leiden an einer erblichen Form, die mit einem hohen Erkrankungsrisiko bei verwandten Familienmitgliedern einhergeht. Weitere Themen sind die Palliative Therapie und die Operation, die heutzutage aufgrund der so genannten „Schlüssellochchirurgie“ für die Patienten weniger belastend ist.

Die Entstehung der häufigsten nicht erblichen Dickdarmkrebsform ist deutlich abhängig vom Lebensstil. Zusammen mit dem Faktor Alter steigern Übergewicht, Bewegungsarmut, fett- und fleischreiche Mahlzeiten, vermehrter Alkoholgenuss und Rauchen das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Gegenteiliges Verhalten senkt es, ebenso wie eine lange und regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS). „Doch aufgrund möglicher Nebenwirkungen empfiehlt es sich nicht, ASS generell prophylaktisch einzunehmen“, sagt Professor Dr. Tilman Sauerbruch, Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Bonn.

Wird ein so genanntes kolorektales Karzinom früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Goldstandard bei der Vorsorge ist die Darmspiegelung, die ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt wird. Dabei kann der Arzt in der Darm-Schleimhaut bereits Krebsvorstufen, so genannte Polypen, entdecken und sofort entfernen. So entsteht Darmkrebs erst gar nicht. „Doch aufgrund einer zu hohen Hemmschwelle nutzen viel zu wenige Menschen diese Möglichkeit“, sagt Professor Sauerbruch. Die Zukunft wird eine Reihe neuer Tests zur Krebsfrüherkennung bringen – aus dem Blut, aus dem Stuhl und sogar aus der Atemluft.

Professor Sauerbruch geht davon aus, dass die Zahl der Menschen, die operiert werden müssen, abnimmt: „Auch fortgeschrittene, nicht heilbare Krebsformen werden als Erstdiagnose erfreulicherweise seltener.“ Aber selbst diese Patienten seien, trotz der Schicksalhaftigkeit ihrer Erkrankung, heute besser zu behandeln. Neue Medikamente, die das Zellwachstum gezielter hemmen oder den Zelltod tumorbezogen hervorrufen, haben in den letzten Jahren die Lebenszeit für diese Patienten bei gleichzeitig verbesserter Lebensqualität deutlich verlängert. Neue, interdisziplinäre Strategien und Fortschritte in der Chirurgie ermöglichen sogar Patienten mit Leber-, Lungen- oder Bauchfellmetastasen eine Heilungschance. Hier sind innovative Operationen ein Schwerpunkt der Chirurgischen Bonner Universitätsklinik unter dem neuen Leiter Professor Dr. Jörg Kalff.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Tilman Sauerbruch
Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Bonn
Tel: 0228/287-15255
E-Mail: tilman.sauerbruch@ukb.uni-bonn.de

Professor Dr. Jörg C. Kalff
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15479
E-Mail: kalff@uni-bonn.de