Eierstock-Entfernung als sinnvolle Krebsprävention?
Gynäkologin vom Uni-Klinikum Bonn zur vorsorglichen Entfernung der Eierstöcke bei erblichen Krebsrisiko




Die US-Schauspielerin und Regisseurin Angelina Jolie hat jetzt bekannt gegeben, dass sie sich aus Angst vor Krebs Eierstöcke und Eileiter hat entfernen lassen. BRCA 1 und BRCA 2 sind zwei der bekannten Gene, die genetisch verändert das Risiko der Trägerinnen erhöht, in ihrem Leben an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Die Frauenklinik des Universitätsklinikums Bonn betreut und berät am „Gynäkologische Krebszentrum“ betroffene Frauen. Zur präventiven Eierstockentfernung nimmt die Leitende Oberärztin Dr. Mignon-Denise Keyver-Paik Stellung:


Ist es sinnvoll als Trägerin eines Risikogens sich Eierstöcke und Eileiter entfernen zu lassen?
Genmutationsträgerinnen haben ein 20 bis 50-prozentiges Risiko, in ihrem Leben an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Die beidseitige Entfernung der Eierstöcke und der Eileiter, die in vielen Fällen als der eigentliche Ursprung des Ovarialkarzinoms festgestellt werden, reduziert das Erkrankungsrisiko für Eierstockkrebs um bis zu 97 Prozent, mindert aber auch das Risiko für den Brustkrebs um etwa 50 Prozent.

Wann sollte ein solcher Schritt in Erwägung gezogen werden?
Die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter wird nach abgeschlossener Familienplanung um das 40. Lebensjahr empfohlen, oder etwa fünf Jahre früher als das Erkrankungsalter des nächsten Angehörigen.

Welche Auswirkungen hat die Entfernung der Eierstöcke?
Es führt zur Menopause. Dies kann zu den bekannten Nebenwirkungen der Hormonumstellung wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Abnahme der Knochendichte führen. Trotzdem wird diese Operation für Genmutationsträgerinnen empfohlen, weil bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs eine Chance auf Heilung sehr gering ist. Zudem fehlen im Gegensatz zum Brustkrebs zuverlässige Methoden zur Früherkennung.

Gibt es Alternativen?
Eine neu untersuchte Herangehensweise ist die alleinige Entfernung der Eileiter nach abgeschlossener Familienplanung, die zunächst nur zu einer geringeren Risikoreduktion führt, und eine spätere Entfernung der Eierstöcke etwa um das 50. Lebensjahr. Dieses Vorgehen ist noch nicht ausreichend untersucht. Es mag jedoch für Frauen, die ein hohes Risiko haben, die sonst aber jeden risikoreduzierenden Eingriff aus Angst vor den Nebenwirkungen des Hormonentzugs ablehnen, eine Alternative sein.

Vertreter der Medien sind eingeladen Fragen an die Leitende Oberärztin Dr. Mignon-Denise Keyver-Paik zu stellen, die gerne für ein Gespräch zur Verfügung steht:

Dr. med. Mignon-Denise Keyver-Paik
Leitende Oberärztin an der Frauenklinik
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: 0228-287-15447 oder -15450 (Pforte)
E-Mail: mignon-denise.keyver-paik@ukb.uni-bonn.de

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