Projekte




I.
ATOME: Access to Opioid Medication in Europe




LeiterRadbruch L

InhaltATOME (Access to Opioid Medication in Europe) ist ein durch das 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördertes Projekt mit dem Ziel, die Ursachen für die Unterversorgung mit Opioiden von Patienten mit starken Schmerzen oder Opioidabhängigkeit zu erforschen. Der Fokus des Projekts liegt auf den 12 europäischen Ländern Bulgarien, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Polen, Serbien, Slovakei, Slovenien, Türkei, Ungarn und Zypern. Durch Aktivitäten im Rahmen unterschiedlicher Arbeitspakete, z.B. mittels der Analyse von Gesetzestexten oder nationaler Workshops zur Verfügbarkeit von Opioiden, soll der Problematik systematisch auf mehreren Ebenen begegnet werden. Mit den Ergebnissen der Forschung werden konkrete Empfehlungen für die notwendigen Änderungen der Gesetzgebung und der Handhabung der Medikation in diesen Ländern mit den Experten und den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen entwickelt. ATOME wird koordiniert von der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Bonn. Im Projekt sind außerdem die Weltgesundheitsorganisation, die Europäische Palliativgesellschaft, die Universitäten Lancaster (Großbritannien) und Utrecht (Niederlande) sowie weitere Partner aus 8 Ländern Europas vertreten. Mit dem Projektstart im Dezember 2009 konnten wichtige Grundlagen für die Aktivitäten der folgenden Projektjahre gelegt werden.

Aktuelle Informationen finden sich unter www.atome-project.eu.

Sponsor7. Rahmenprogramm der Forschungskommission der EU (Grant No.222994)




II. BMBF - Klausurwoche zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der modernen Lebenswissenschaften: „Ehrenamt im Kontext von Palliative Care - tragfähige Konzepte für die Zukunft?“


LeiterRadbruch L.

InhaltAufgrund der Geschichte der Hospizbewegung als Bürgerbewegung ist das Ehrenamt originärer Bestandteil von Palliative Care in Deutschland und ist im fünften Sozialgesetzbuch (§§37b und 39a SGB V) verankert. Die Dienste und Netzwerke in Palliative Care haben sich dabei zunehmend professionalisiert und spezialisiert. Die Hospiz- bzw. Palliativversorgung war in ihren Anfängen weitestgehend auf Krebspatienten beschränkt, mittlerweile stehen auch neurologische (Parkinson, Demenz, ALS), kardiovaskuläre und pulmonologische Erkrankungen im Fokus. Neben dem epidemiologischen Wandel, stellt die demografische Entwicklung unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Es gibt immer mehr hochaltrige, multimorbide Patienten, die eine langfristige Begleitung benötigen und gleichzeitig ist soziologisch eine Vereinzelung zu beobachten, da kein familiäres Unterstützungssystem vorhanden ist.

Internationale Experten und Nachwuchswissenschaftler haben in einer Studienwoche über ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Ehrenamts in Palliative Care in Deutschland diskutiert. Ziel der inter- bzw. transdisziplinären Auseinandersetzung waren Identifikation normativer, juristischer, gesellschaftspolitischer, gesundheitswissenschaftlicher, spiritueller und sozialer Aspekte des Ehrenamts und transdisziplinären Forschungsbedarfs. Derzeit werden Publikationen der Beiträge sowie der Diskussionen erarbeitet.

SponsorBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)




III.
InSup-C

LeiterRadbruch L.

InhaltInSup-C ist ein von der EU gefördertes Projekt, das in mehreren Europäischen Ländern durchgeführt wird. Ziel der Studie ist es herauszufinden wie eine integrierte Palliativversorgung (IPC) für Menschen die an Krebs, Herzinsuffizienz oder COPD leiden am besten geleistet werden soll. „Integriert“ bezeichnet dabei eine Versorgung, die unterschiedliche professionelle Gruppen, Anbieter und Disziplinen vereint und auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnitten ist.

Das Projekt ist in sechs Arbeitspakete strukturiert. Das an der Universitätsklinik Bonn geleitete Arbeitspaket (WP2) hat zum Ziel eine Übersicht der in Europa bereits realisierten IPC Initiativen zu erstellen und eine Taxonomie für solche Initiativen zu entwickeln. Im Rahmen eines weiteren Arbeitspakets (WP3) werden zudem in ganz Deutschland Patienten und deren Angehörige und Pflegende zu ihren Erfahrungen mit IPC befragt.

Abschließend sollen Best Practices für die Integrierte Palliativversorgung in Europa formuliert werden. Die Ergebnisse werden sowohl für politische Entscheidungsträger (in einem abschließenden Workshop) als auch für in der Palliativversorgung tätige Berufsgruppen (interaktive Website) aufbereitet und präsentiert.

Homepage: http://www.insup-c.eu/


Sponsor7. Rahmenprogramm der Forschungskommission der EU (Grant No. 305555)




IV. IMPACT: IMplementation of quality indicators in PAlliative Care sTudy


LeiterYvonne Engels

InhaltZiel des Projekts ist die Entwicklung von optimalen Strategien zur Implementierung von Qualitätsindikatoren, um damit die Organisation der Palliativversorgung von Tumorpatienten und Patienten mit Demenz in Europa zu verbessern. Dabei sind Qualitätsindikatoren eindeutig definierte und messbare Items, die sich auf Struktur, Prozesse oder Ergebnisse der Versorgung beziehen. Dieses Ziel erfordert die Entwicklung von konzeptionellen Modellen zu Implementierungsstrategien, die in der täglichen klinschen Praxis getestet werden können. Die Identifikation von Faktoren, durch die diese Implementierungsstrategien in ihrer Effektivität beeinflußt werden, gehört ebenso zum Forschungsprojekt. Im Projekt wird untersucht, wie und in welchem Maß Implementierungsstrategien den Einsatz von Qualitätsindikatoren im klinischen Alltag stimulieren können. Die Ergebnisse des Projekts werden in verschiedenen Gesundheitssystemen und Krankheitsgruppen anwendbar sein.



V. OUTCOME: Ein strukturierter Forschungsprozess zur Beschreibung von Dimensionen und Indikatoren zur Qualität der palliativmedizinischen Behandlung

LeiterRadbruch L, Ostgathe C
Für den Arbeitskreis Forschung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

InhaltDie Diskussion um geeignete Qualitätsindikatoren in der Palliativmedizin ist noch offen. Während Qualitätsindikatoren zur Symptomkontrolle gut etabliert sind (z.B. als Symptomchecklisten), fehlen allgemein anerkannte Qualitätsindikatoren für die psychosoziale und spirituelle Begleitung. Diese Indikatoren sind eine notwendige Voraussetzung für die Qualitätssicherung der spezialisierten Einrichtungen wie auch für den Vergleich von spezialisierten palliativmedizinischen und anderen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund initiiert der Arbeitskreis Forschung ein umfangreiches Forschungsprogramm zur Identifikation von Outcome-Kriterien als Qualitätsindikatoren in der Palliativmedizin.

Das Forschungsprogramm wird in drei Phasen aufgeteilt: Die erste Projektphase beschäftigte sich mit der Erfassung der wesentlichen Dimensionen und der bislang verwendeten Messinstrumente. Hierzu wurden folgende Methoden eingesetzt: eine Diskursanalyse zur Definition der Palliativmedizin, eine Fokusgruppe als Konsensverfahren sowie eine systematische Literaturübersicht der bisher angewandten Messverfahren. Diese Phase wurde abgeschlossen. Zwei Originalarbeiten wurden in internationale Journals veröffentlicht und eine andere Publikation wird vorbereitet. Darauf aufbauend sind die Ziele der zweiten Projektphase die Beschreibung der Metakonzepte und die Entwicklung eines Frameworks für die Bewertung von Outcome-Indikatoren. In der dritten Phase sollen potenzielle Qualitätsindikatoren identifiziert und in dem in der zweiten Phase entwickelten Rahmen bewertet werden. Hieraus werden Arbeitshypothesen entwickelt, die später als ein strukturiertes mehrstufiges multizentrisches Forschungsprogramm in einzelnen Teilprojekten der Evaluation unterworfen werden. Eine Finanzierung der zweiten und dritten Teile wurde von der Deutsche Krebshilfe genehmigt.

SponsorDeutsche Krebshilfe (Fördernummer 107509)