Welche Therapieansätze sind bei AMD wirksam?
EU fördert MACUSTAR-Konsortium mit 16 Millionen Euro



Mit dem Projekt MACUSTAR sollen Methoden für Studien bei intermediärer altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) entwickelt werden, mit denen die Wirksamkeit von Therapieansätzen nachgewiesen werden kann. An diesem Forschungsvorhaben sind unter Koordination der Universitäts-Augenklinik Bonn acht weitere Einrichtungen und vier Firmen beteiligt. Die Europäische Union und die Europäischen Pharmafirmen fördern über die Initiative für Innovative Medizin (IMI) das fünfjährige Forschungsprojekt mit mehr als 16 Millionen Euro.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für Erblindung und schweren Sehverlust in allen Industrienationen. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung steigt die Anzahl der betroffenen Menschen kontinuierlich an. Die AMD schreitet von einem frühen über ein intermediäres Stadium, in dem Sehprobleme vor allem bei wenig Licht und schwachem Kontrast auftreten, zu einem späten Stadium fort, das in dem meisten Fällen zu einem irreversiblen Sehverlust führt.

Um Spätstadien der Erkrankung zu verhindern, müssen neue Therapien entwickelt werden, die das Fortschreiten von intermediärer AMD zur späten AMD aufhalten. Damit solche neue Therapien in klinischen Studien getestet werden können, müssen jedoch zunächst Methoden entwickelt werden, mit denen die Wirksamkeit einer neuen Therapie nachgewiesen werden kann. MACUSTAR hat sich zum Ziel gesetzt, solche Methoden zu entwickeln, die in zukünftigen Therapiestudien Anwendung finden können und von den Zulassungsbehörden akzeptiert werden.

Mit Standarduntersuchungen sind nicht alle Sehstörungen zu erfassen

Patienten mit intermediärer AMD beklagen mitunter Sehstörungen, die mit der Standarduntersuchung der zentralen Sehschärfe mit viel Licht und hohem Kontrast allein nicht erfasst und gemessen werden können. Diese spezifischen Einschränkungen werden im Rahmen des MACUSTAR-Projekts genauer untersucht. Zusätzlich werden die Auswirkungen dieser Veränderungen der Sehfunktion auf die Lebensqualität mittels eigens entwickelter Instrumente ermittelt. Ein weitere Aspekt des Projekts ist die Untersuchung von genetischen und anderen Risikofaktoren, die mit einem rascheren Fortschreiten der Erkrankung verbunden sind.

Bei der MACUSTAR-Studie werden insgesamt 750 Patienten in sieben europäischen Ländern berücksichtigt. Patienten mit intermediärer AMD werden über drei Jahre regelmäßig untersucht. Dabei kommen neueste, hochauflösende Bildgebungsverfahren wie die optische Kohärenztomographie als auch innovative funktionelle Untersuchungsmethoden wie die ortsaufgelöste Mikroperimetrie bei Dämmerungssehen zum Einsatz.

„MACUSTAR hat das Potential, das Wissen um Risikofaktoren für die altersabhängige Makuladegeneration wesentlich zur erweitern und kann erstmals die Grundlagen schaffen, in Zukunft die Wirksamkeit neuer Therapieansätze bei intermediärer AMD zu prüfen“, sagt Prof. Dr. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und Koordinator. Die enge Kooperation von akademischen Zentren und den Industriepartnern böten eine einmalige Möglichkeit, die jeweilige Expertise zu bündeln und auf die Fragestellungen des Projekts zielführend zu fokussieren.

„Innerhalb des Projekts werden auch neue Auswertungsalgorithmen entwickelt, die es ermöglichen, komplexe Datensätze aus den digitalen Bildgebungsverfahren präzise reproduzierbar zu analysieren und mit den funktionellen Ergebnissen zu korrelieren“, erklärt Prof. Dr. Dr. Robert P. Finger, Universitäts-Augenklinik Bonn, Arbeitsgruppenleiter und Ko-Koordinator des MACUSTAR-Projekts.

Das Konsortium

Mit der Universitäts-Augenklinik Bonn und dem GRADE Reading Center Bonn sind drei Einrichtungen aus London, das Moorfields Eye Hospital (MBRC), das University College (UCL), die City University (City) sowie die Fondation voir et entendre (FVE) Paris, die Association for Innovation and Biomedical Research on Light and Image (AIBILI) Coimbra, das Radbound University Medical Center (RUMC) Nijmwegen, die University of Sheffield sowie das European Clinical Research Infrastructures Network (ECRIN) Paris als auch die Unternehmen Bayer AG, Novartis Pharma AG, Carl Zeiss-Meditec und F. Hoffmann La-Roche beteiligt. Das Forschungsprojekt wird an insgesamt 20 klinischen Studienzentren in Europa durchgeführt werden – in Deutschland an den Augenkliniken in Bonn, Freiburg, Köln, München, Münster, Tübingen und Ulm.

Das MACUSTAR Konsortium erhält eine Förderung vom Innovative Medicines Initiatives 2 Gemeinschaftsunternehmen unter der Fördervereinbarung Nr. 116076. Dieses Gemeinschaftsunternehmen wird unterstützt vom Horizon 2020 Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union und EFPIA.

Weitere Informationen sind in Kürze auf http://www.macustar.eu zu finden. Für weitere Informationen über die IMI besuchen Sie die Website http://www.imi.europa.eu

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieser Pressemeldung spiegelt die Meinung des Autors wider. Weder die IMI noch die Europäische Union oder EFPIA übernehmen Verantwortung für den Gebrauch der darin enthaltenen Informationen.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Frank G. Holz
Universitäts-Augenklinik Bonn
Tel. 0228/287-15647
E-Mail: Frank.Holz@ukbonn.de
http://www.augenklinik.uni-bonn.de



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Prof. Dr. med. Frank G. Holz
von der Universitäts-Augenklinik Bonn.
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