Brustoperation - Wenn Sie unzufrieden sind


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Brustvergrößerung: Was tun bei Unzufriedenheit?

Im Normalfall verläuft Ihre Brustvergrößerung komplikationslos. Über Risiken und mögliche Komplikationen werden Sie vor der Brustoperation ausführlich aufgeklärt. Teil dieser Aufklärung ist auch der Hinweis darauf, dass für ein optimales kosmetisches Ergebnis nicht garantiert werden kann. Das heißt, dass das Ergebnis unbefriedigend sein kann oder der Erfolg der Brustoperation ausbleiben kann. Wenn im Zusammenhang mit dieser Aufklärung Unklarheiten bei Ihnen auftreten oder Sie etwas nicht verstehen, bitten Sie Ihren Plastischen Chirurgen um Beantwortung Ihrer Fragen oder eine Erklärung. Nachfragen muss Ihnen nicht peinlich sein. Es ist ja nicht Ihr Fachgebiet. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie der Brustvergrößerung sollten vor allem im Vorfeld der Brustoperation Verständigung und Einigkeit im Arzt-Patienten-Verhältnis angestrebt werden. Beiderseitige Offenheit und klare Kommunikation sind die Basis dafür. Häufig liegt hier die Quelle für mögliche Unstimmigkeiten. Auf Patientinnenseite, wenn mögliche Sorgen oder Bedenken hinsichtlich der Brustvergrößerung dem Plastische Chirurgen gegenüber nicht geäußert werden. Auf Arztseite, wenn ein offensichtlich bestehendes Problem nach der Brustoperation ignoriert oder „klein geredet“ wird.

Mögliche Ursachen für Unstimmigkeiten im Arzt-Patienten-Verhältnis
Schon im Heilungsverlauf nach der Brustoperation kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Beispielsweise, wenn die Brustimplantate nach der Brustoperation korrekt saßen und eine normale Schwellung vorlag. Nach vier bis sechs Wochen klingt die Schwellung nun auf einer Brustseite ab, und das Brustimplantat beginnt, sich in seine endgültige Position zu setzen. Sie sind verständlicherweise beunruhigt über die Seitenungleichheit und unterschiedliche Festigkeit der Brüste. Möglicherweise denken Sie zu diesem Zeitpunkt schon über eine korrigierende Brustoperation nach. Ihr Arzt wird Ihnen in der Regel aber zum Abwarten raten. Er hat Ihnen gegenüber den Vorteil der Erfahrung mit Heilungsverläufen. Er weiß: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die zweite Brust ebenso setzen. Anders zu beurteilen ist die Lage, wenn die Seitenungleichheit ein halbes Jahr nach der Brustoperation oder darüber hinaus bestehen bleibt. Dann sollte von Arztseite der Vorschlag zum Korrektureingriff erfolgen. Passiert dies nicht, müssen Sie diesen bei ihm deutlich einfordern. Vorwürfe an die Adresse des Plastischen Chirurgen sind hier nicht unbedingt gerechtfertigt. In der Regel wurde das Implantat bei der Brustoperation nämlich völlig korrekt platziert. Jedoch verlaufen Heilung und Narbenentwicklung unterschiedlich. In seltenen Fällen liegt der Seitenungleichheit auch eine Kapselfibrose (Kapselkontraktion) zugrunde. Solche Komplikationen können im Rahmen einer Brustvergrößerung auftreten.

Vorgehensweise bei Unzufriedenheit über das Ergebnis der Brustoperation
Im Sinne eines guten Ergebnisses sollten Sie eine einvernehmliche Lösung mit Ihrem Plastischen Chirurgen anstreben. Ein gutes Ergebnis und eine zufriedene Patientin sind auch absolut in seinem Interesse. Darum halten Sie den Kontakt zu Ihrem behandelnden Plastischen Chirurgen, bleiben Sie im Gespräch! Leider passiert es immer wieder, dass der Kontakt bei Unzufriedenheit über das Ergebnis der Brustoperation, vor allem seitens der Patientinnen zu früh abgebrochen wird, ein anderer Arzt aufgesucht oder rechtliche Schritte eingeleitet werden. Dieses Vorgehen mündet aber meist in unbefriedigende Situationen, langwierige Rechtsstreitereien und hohe Kosten.

Vorgehen bei einer verfahrenen Situation
Wenn der Gesprächsfaden zu Ihrem Plastischen Chirurgen abgerissen und die Situation verfahren ist, haben Sie diese Möglichkeiten:
  1. Zweitmeinung einholen: Sie können sich bei einem anderen Plastischen Chirurgen eine Zweitmeinung einholen. Die Kosten des Beratungsgesprächs müssen Sie möglicherweise selber tragen. Dieser Schritt kann Ihnen aber Sicherheit über das weitere Vorgehen geben.
  2. Gutachterkommission anrufen: Sie können sich an die Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler wenden. In jedem Bundesland gibt es eine. Sie können die für Sie richtige Adresse über die jeweils zuständige Ärztekammer erfragen. In Nordrhein Westfalen ist die zuständige Stelle zum Beispiel die Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler der Ärztekammer Nordrhein, Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf. Dort wird ein neutrales Gutachten über Ihren individuellen Fall erstellt. Und zwar von einem entsprechenden Facharzt. Die Gutachterkommission – bestehend aus Juristen und Mediziner – beurteilt dann auf der Basis des Gutachtens die medizinische Behandlung, die bei Ihnen erfolgt ist. Ein möglicher Behandlungsfehler kann dadurch ermittelt werden. Liegt ein Behandlungsfehler vor, können Sie auf der Grundlage des Gutachtens mit dem zuständigen Plastischen Chirurgen oder seiner Versicherung über eine Schadensbegleichung verhandeln. Auch Gerichte halten sich mit ihren Urteilen überwiegend an die Aussage der Gutachter. Auch der Plastische Chirurg selber kann sich an die Gutachterkommission wenden, um die korrekte Behandlung nachweisen zu lassen.
  3. Rechtsschritte einleiten: Grundsätzlich haben Sie immer die Möglichkeit, Ihre Rechte einzuklagen. Gerichtsverfahren sind erfahrungsgemäß aber langwierig, schwierig und kostenintensiv. Nicht selten raten Anwälte Ihren Klientinnen vorschnell zu einem solchen Weg. Auch, ohne dass ausreichend stichhaltige Gründe dafür vorliegen. Überlegen Sie diesen Schritt daher gründlich.

Brustvergrößerung: Unser Rat
  • Bleiben Sie, wenn es irgendwie möglich ist, mit Ihrem Plastischen Chirurgen in Kontakt
  • Brechen Sie den Kontakt insbesondere nicht vorschnell ab
  • Streben Sie unbedingt eine gütliche Lösung gemeinsam mit ihm an
  • Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Arzt, schildern Sie ihm ihre Sorgen oder Nöte. Nur wenn offen miteinander gesprochen wird, kann eine gemeinsame Lösung gefunden werden
  • Erzielen Sie über das Gespräch keine Einigung mit ihm oder glauben Sie, es liegt ein Behandlungsfehler vor, wenden Sie sich an die Gutachterkommission der zuständigen Ärztekammer. Diesen Schritt können Sie ohne Anwalt beschreiten. Die Hilfe und das Gutachten sind für Sie als Patientin überdies kostenfrei. Wenn ein Behandlungsfehler festgestellt wird, können Sie über das Gutachten mit dem Plastischen Chirurgen oder seiner Versicherung über eine Schadensbegleichung verhandeln
  • Wählen Sie den Rechtsweg erst dann, wenn Ihr Vorgehen zuvor zu keiner Einigung geführt hat. Lassen Sie sich von Seiten eines Anwalts nicht zu einem Verfahren drängen.

Kontakt

Plastische und Ästhetische Chirurgie
am Universitätsklinikum Bonn
Frauenklinik

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