UKB bietet Hilfe bei verheimlichten Schwangerschaften
Die Kooperation von UKB und den "Frühen Hilfen Bonn" bietet Hilfestellung


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Auf dem Facebook-Kanal des Universitätsklinikums Bonn (www.facebook.com/ukbonn) zeigt sich sowohl eine hohe Anteilnahme für unser Findelkind Paul als auch Verständnislosigkeit gegenüber der Mutter, die ihren Sohn am vergangenen Wochenende in Bonn abgelegt hat. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Frauen in großer innerer Not sind, wenn sie so etwas tun. Die Kooperation von Universitätsklinikum Bonn (UKB) und den „Frühen Hilfen Bonn – das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind“ bietet Hilfestellung.

„Selbst Fachleuten gelingt es nicht immer vollständig nachzuvollziehen, was eine Mutter bewegt, ihr Kind heimlich zur Welt zu bringen und dann auszusetzen“
, sagt Prof. Dr. Anke Rohde, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik am UKB. Sie hat immer wieder mit solchen Fällen zu tun. Die Lebenssituation der betroffenen Mütter mag sehr unterschiedlich sein, gemeinsam sind den Frauen aber Schwierigkeiten bei der Problemlösung. „Was anderen Menschen so einfach vorkommt – bei ungewollter Schwangerschaft zur Beratungsstelle gehen, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen, das Kind zur Adoption freigeben, das eigene Leben auf das Kind einstellen – wissen betroffene Frauen theoretisch, können es aber nicht umsetzen“, so Rohde. Hilfe bekämen betroffene Frauen nur, wenn die Umgebung irgendwann merkt, dass eine Schwangerschaft besteht.

Seit dem 1. Mai 2014 gibt es das Gesetz zur „Vertraulichen Geburt“. Dies regelt wie Frauen ohne Preisgabe ihrer Identität ihr Kind in einer Klinik zur Welt bringen können. Auch die Kooperation des UKB mit den „Frühen Hilfen Bonn“ hat zum Ziel, Eltern schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt – idealerweise in der Schwangerschaft – zu erreichen und mögliche individuelle Hilfen einzuleiten. Das Netzwerk bringt über 40 relevante Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Sozialsysteme im Sinne des Kindes- und Familienwohls zusammen. „Sollte sich die Mutter bei uns melden, werden wir ihr in Abstimmung mit den Behörden helfen und ihr alle Unterstützung geben“, sagt Magdalena Nitz, Leiterin Unternehmenskommunikation und Medien am UKB.

Weitere Informationen zu vertraulichen Geburten sowie die Nummer eines Hilfetelefons finden Sie unter
www.geburt-vertraulich.de. Die Website der Frühen Hilfen ist unter www.fruehehilfen-bonn.de abrufbar.

Kontakt:
Magdalena Nitz
Leiterin Unternehmenskommunikation und Medien
Telefon: 0228/287-13457
E-Mail: magdalena.nitz@ukb.uni-bonn.de