Gemeinsame Entgeltabrechnung
DFG und das Land NRW fördern Kooperationsprojekt der Universitätskliniken Köln und Bonn mit 2,3 Millionen Euro



Die Universitätskliniken Köln und Bonn haben sich entschlossen, im administrativen Bereich künftig enger zusammenzuarbeiten. Erster Schritt ist der Aufbau einer gemeinsamen Entgeltabrechnung für insgesamt mehr als 12.000 Beschäftigte mit dem Ziel, in den Personalbereichen beider Häuser Arbeitsabläufe zu optimieren und Kostensenkungspotenziale zu heben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG und das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie fördern das innovative und aus Eigeninitiative heraus entstandene Kooperationsprojekt mit 2,3 Millionen Euro.


„Wir sind über die Fördergelder außerordentlich erfreut“, so die Kaufmännischen Direktoren Zwilling (UK Köln) und Hackenberg (UK Bonn) einstimmig. „Wir können endlich auch in der Verwaltung zeitnah ein Großprojekt durchführen, welches ohne die positive Begutachtung durch die DFG finanziell nur schwer zu realisieren gewesen wäre.“

Damit beide Universitätskliniken die Entgeltabrechnung gemeinsam durchführen können, müssen als Grundvoraussetzung ein gemeinsames IT-System und harmonisierte Arbeitsprozesse betrieben werden. Dies bedeutet die komplette Neueinführung des in Köln bereits betriebenen Personalinformationssystems für den Standort Bonn, die Uniklinik Köln muss ihr System neu aufsetzen.

Zahlreiche Hürden sind dabei zu überwinden: Der Umgang mit Personaldaten ist höchst sensibel; Datenschutz, innerbetriebliche Mitbestimmung und natürlich auch die wirtschaftliche Eigenständigkeit der beiden Wirtschaftsunternehmen stellen Anforderungen, die auch im privatwirtschaftlichen Umfeld nicht leicht zu meistern sind. „IT-technisch lassen sich die Berechtigungsprofile leicht trennen, so dass immer sichergestellt ist, dass kein Unberechtigter die Daten einsehen kann“, versichert Dieter Moritz, IT-Direktor der Kölner Uniklinik. Sein Kollege Erich Pfeifer, IT-Direktor am UK Bonn: „Dieses Projekt setzt Maßstäbe hinsichtlich Projektmanagement und gemeinsamen IT-Plattformen und ist wegweisend für die in Zukunft in einer engen IT-Kooperation zusammenarbeitenden Unikliniken“.

Dass die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden, ist ebenfalls sichergestellt: „Wir haben die Sozialpartner von Beginn an einbezogen und schon informiert, bevor das Projekt gestartet ist“, so die Bonner Personalchefin Michaela Klages. „Vertreter aller Personalräte waren und sind in den verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv tätig“.

Mit der rechtlichen Verselbstständigung der 34 deutschen Unikliniken zu Beginn des Jahrtausends haben sich in Nordrhein-Westfalen bereits zwei Häuser für den Eigenbetrieb der Gehaltsabrechnung entschieden. In Köln und Bonn werden die Bezüge der Angestellten und Beamten noch durch das Landesamt für Besoldung und Versorgung in Düsseldorf abgerechnet, das mit 900.000 Zahlfällen größte Lohnbüro Deutschlands. Nun haben sich erstmals zwei universitärere Maximalversorger zur Zusammenarbeit entschlossen, um im Interesse der Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung Synergien zu heben. Ein Weg, der auch den Wünschen der Landesregierung entspricht: Bereits zu Beginn der Legislaturperiode wurden die sechs Kliniken aufgefordert, Kooperationsmöglichkeiten zu prüfen.

Die gemeinsame Gehaltsabrechnung ist der erste Schritt, aber der Kölner Personalchef Nicolai Kranz blickt weiter. „Zur Bindung und Gewinnung der besten Mitarbeiter müssen wir unsere Personalarbeit auch in anderen Bereichen professionalisieren. Konzepte für die Personalentwicklung zum Beispiel für ärztliches Personal und Pflegekräfte können wir gemeinsam viel besser entwerfen und sparen außerdem noch Beratungskosten“.

Gemeinschaftliche Stellenausschreibungen wird es – mit Ausnahme der im Rahmen des derzeit laufenden Projekts zu besetzenden Positionen – allerdings nicht geben. „Wir sind und bleiben eigenständig. Aber das schließt beispielsweise eine Kooperation bei den internen Arbeitsmärkten nicht aus. Eine gemeinsame Jobbörse kann Überhangmitarbeitern und Leistungsträgern gleichermaßen eine Fortentwicklung ermöglichen. Damit haben wir erste gute Erfahrungen gemacht“, so ein erstes Resümee von Kranz und Klages.

Kontakt für die Medien:

Dr. Hans Jürgen Hackenberg
Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-14040
E-Mail: Hans-Juergen.Hackenberg@ukb.uni-bonn.de

Günter Zwilling
Kaufmännischer Direktor der Uniklinik Köln
Telefon: 0221/478-5401
E-Mail: guenter.zwilling@uk-koeln.de