Auszeichnung für exzellente Nachwuchsforscher
Beim BONFOR-Symposium der Medizinischen Fakultät erhielten elf junge Wissenschaftler Preise




Die Medizinische Fakultät der Universität Bonn zeichnete beim BONFOR-Symposium 2013 im Biomedizinischen Zentrum auf dem Venusberg die besten Projekte exzellenter Nachwuchsforscher aus. Der BONFOR-Forschungspreis ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert. Elf junge Wissenschaftler konnten die Preise entgegennehmen.


Einen ersten Platz im Förderinstrument SciMed-Promotionsstipendium errangen Carola Hertrich (Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie) und Theodor Rüber (Klinik für Epileptologie). Die angehende Wissenschaftlerin forschte zur Identifizierung von iFi203 als modulierender Faktor der antiviralen Immunität. Bei einer Virusinfektion kommt es zur Einschleusung des viralen Genoms in die Wirtszelle. Die Rezeptoren des angeborenen Immunsystems erkennen die viralen Nukleinsäuren und setzen dann Signalkaskaden in Gang, die in der Ausschüttung von Interferon münden. „Wir konnten in unserem Projekt iFi203 als neuen Faktor identifizieren, der in der Lage ist, Einfluss auf diese Interferonantwort zu nehmen“, sagt Hertrich.

Das Forschungsthema von Theodor Rüber lautet “White matter correlates of motor recovery in patients after hemispherectomy”. Mithilfe der neuen Kernspintomographie-Bildgebungsmethode „Diffusion Tensor Imaging“ zeigte er, dass das sogenannte cortio-rubro-spinale System die Kompensation von durch schwere Schäden einer Hirnhälfte - wie z.B. Schlaganfall - bedingten motorischen Defiziten vermittelt. „Das könnte zukünftig die Entwicklung neuer therapeutischer Konzepte für die motorische Rehabilitation inspirieren“, sagt Rüber.

Den zweiten Preis im SciMed-Promotionsstipendium bekamen Barbara Heinemann (Institut für Humangenetik) und Kerstin Rüenauver (Institut für Pathologie, Abteilung für Prostatakarzinom-Forschung). Der dritte Preis ging an Maren Schmalenströr (Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie).

Förderinstrument Gerok-Stipendium

Von den Gerok-Stipendiaten wurde Dr. med. Judith Kohlmeyer (Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie) für ihre Arbeit „TNF-a reversibly impairs recognition of melanomas by antigen specific T-cells“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Im Fokus der Arbeitsgruppe im Labor für Experimentelle Dermatologie der Hautklinik Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Tüting steht die Erforschung des schwarzen Hautkrebses (Melanom). Dieser ist so bedrohlich, da er früh Metastasen bilden kann. „In unseren Arbeiten im Tiermodell konnten wir nun aufzeigen, wie Melanomzellen einer Attacke durch das Immunsystem entgehen können: Unter dem Einfluss von körpereigenen Entzündungsfaktoren können die Tumorzellen ihre Pigmentzelleigenschaften verlieren und so von pigmentzellspezifischen Immunzellen nicht mehr erkannt und zerstört werden“, sagt Dr. Kohlmeyer. Den zweiten Preis im Förderinstrument Gerok-Stipendium bekamen Dr. med. Isabel Spier (Institut für Humangenetik) und Dr. med. Boris V. Stanzel (Universitäts-Augenklinik).

Förderinstrument Nachwuchsgruppe

Als beste Nachwuchsgruppe wurde das Team von Dr. med. Sebastian Zimmer (Medizinische Klinik und Poliklinik II) für die Untersuchung „Bedeutung des Toll-like-Rezeptor 3 in der Atherogenese“ ausgezeichnet. Die Atherosklerose ist eine Entzündung der Gefäßwand und weltweit für rund ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich. „Wir konnten nun zeigen, dass eine Aktivierung des Toll-like Rezeptors 3 (TLR3), ein Rezeptor des angeborenen Immunsystems, eine wichtige Rolle in der vaskulären Biologie und insbesondere der Atheroskleroseentwicklung spielt“, berichtet Dr. Zimmer. Diese Daten könnten zur Entwicklung von neuen Therapiestrategien für Patienten mit atherosklerotischen Plaques beitragen. Im Förderinstrument „Nachwuchsgruppen“ wurden darüber hinaus Dr. med. Laura Maintz (Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie) und Dr. Elizabeth Matthews (Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie) mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Ausgefeiltes Instrumentarium unterschiedlicher Förderansätze

„Wir wollen begabte junge Mediziner fit für die Herausforderungen in der Wissenschaft machen“, sagt Prof. Dr. med. Gunther Hartmann, Vorsitzender der BONFOR-Forschungskommission. Ein ausgefeiltes Instrumentarium verschiedenster Förderansätze ermöglicht eine durchgängige Unterstützung exzellenter junger Forscher von der Promotion über die Gründung einer Nachwuchsgruppe bis hin zu klinischen Studien. Großen Stellenwert hat auch die Frauenförderung. Nach einer Babypause erhalten Wissenschaftlerinnen von BONFOR Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Forschungsbetrieb. „Darüber hinaus ermöglicht das Else Kröner-Forschungskolleg Bonn ein strukturiertes fachärztliches Ausbildungsprogramm für junge Ärztinnen und Ärzte“, sagt Prof. Dr. med. Jörg C. Kalff, Vorsitzender des Else Kröner-Forschungskollegs Bonn.

Auch die im SciMed-Promotionskolleg geförderten Doktoranden stellten beim BONFOR-Symposium ihre Forschungsergebnisse vor. „Mit dem SciMed-Promotionskolleg bereiten wir hervorragende Doktoranden optimal auf die klinische Grundlagenforschung vor“, sagt Prof. Dr. rer. nat. Susanne Schoch McGovern, Sprecherin des SciMed-Promotionskollegs. Interessierte Studierende konnten sich während des Symposiums über aktuelle Projekte und bei der Promotionsbörse der Fachschaft Medizin über Doktorarbeiten informieren. „Dieser Programmpunkt zeigte interessante Möglichkeiten zum Einstieg in die exzellente BONFOR-Forschungsförderung“, sagt Maximilian Nastaly für die Fachschaft Medizin Klinik.

Kontakt:

Kordula Antoniou
Koordinatorin des BONFOR-Forschungsprogramms
Tel. 0228/28719142
E-Mail: bonfor@uni-bonn.de
Internet: www.ukb.uni-bonn.de/bonfor

Bilder:
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Die Preisverleihung am ersten Veranstaltungstag:
Prof. Susanne Schoch McGovern (Sprecherin des SciMed-Promotionskollegs), Theodor Rüber, Carola Hertrich, Barbara Heinemann, Maren Schmalenströr, Kerstin Rüenauver, Prof. Albert Becker (stellvertretender Kollegsprecher).
(c) Foto: Gerrit Klemm/UKB
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-295-2013/images/Bonfor-neu-1Veranstaltungstag-Preisträger04-12-13.jpg

Die Preisverleihung am zweiten Veranstaltungstag:
Prof. Gunther Hartmann (Vorsitzender der BONFOR-Forschungskommission), Dr. Sebastian Zimmer, Dr. Elizabeth Matthews, Dr. Laura Maintz, Dr. Judith Kohlmeyer, Dr. Boris Stanzel, Dr. Isabel Spier, Kordula Antoniou (Koordinatorin der BONFOR-Forschungskommission).
(c) Foto: Gerrit Klemm/UKB
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