Internationales Register optimiert Krebs-Therapie
Bonner Forscher ziehen erste Bilanz des Registers für die Therapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen




Die Therapie mit körpereigenen Abwehrzellen des Immunsystems, den sogenannten Killerzellen, wird bei verschiedenen Krebserkrankungen angewendet. Ein spezielles Verfahren mit Zytokin-induzierten Killerzellen wird bereits weltweit eingesetzt. Vor vier Jahren haben Ärzte des Universitätsklinikums Bonn ein internationales Register gegründet mit dem Ziel, die Therapie weiter zu optimieren. Jetzt haben sie ein erstes Resümee gezogen.

Für diese Krebstherapie nutzen Ärzte körpereigene Abwehrzellen, die sie dem Blut des Patienten entnehmen. Dann aktivieren sie diese mit der Hilfe von Botenstoffen, sogenannten Zytokinen. Die so veränderten Abwehrzellen können nun bestimmte Krebszellen erkennen und deren Tod herbeiführen. Besondere Erfolge verzeichnete die Therapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen, kurz CIK-Zellen, bei bösartigen Tumoren des Lymphsystems und der Leber.

Für einen besseren Erfahrungsaustausch haben Bonner Forscher im Jahr 2011 ein Register entwickelt, das die Ergebnisse der Methode international sammelt. Ziel ist es außerdem, die Therapie zu optimieren. Weltweit können Ärzte einen digitalen Fragebogen in englischer Sprache ausfüllen. Dieser erfasst beispielsweise die Art der Krebserkrankung, Ein- und Ausschlusskriterien der Studie, Zahl und Vitalität der CIK-Zellen, Anzahl der CIK-Zellinfusionen, Erfolge und Nicht-Erfolge der Therapie sowie beobachtete Nebenwirkungen – Daten, die häufig nicht veröffentlicht wurden. So wurde mit den Ergebnissen des Registers ein neuer Standard zur Publikation definiert, der sich positiv auf die Qualität von klinischen Studien mit CIK-Zellen auswirkt.

Register hilft, sinnlose Behandlungen zu vermeiden

Die elektronisch zusammengetragenen Ergebnisse werden in Bonn ausgewertet. Derzeit sind 45 Studien im Register erfasst mit 2.729 Patienten. Davon sprach etwas mehr als jeder Dritte auf die Therapie an. Es wurden nur geringe Nebenwirkungen der Therapie berichtet, vor allem Fieber, Kopfschmerzen und vorübergehende Erschöpfung.

„Bis 2011 gab es keine zentrale Anlaufstelle“, sagt der Entwickler der CIK-Zell-Therapie Prof. Dr. Ingo Schmidt-Wolf, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Standort Bonn. Mit dem Register haben die Bonner Ärzte jetzt einen Überblick darüber, bei welchen Tumorerkrankungen und unter welchen Bedingungen diese Behandlung besonders gut wirkt. Zudem gibt es Hinweise darauf, wann vom Einsatz der CIK-Zellen abzuraten ist. Sinnlose Behandlungen werden so vermieden. „Davon profitieren die Patienten. Daher sind Kollegen weltweit dazu aufgerufen, sich weiterhin an der freiwilligen Meldung zu beteiligen“, sagt Prof. Schmidt-Wolf. „Unser Ziel ist es, den Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten.“

Das Formular für das Register gibt es unter: http://www.cik-info.org/index.php?kat=dataform

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Ingo Schmidt-Wolf
Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie am Standort Bonn
Telefon: 0228/287-17050
E-Mail: ingo.schmidt-wolf@ukb.uni-bonn.de

--------------------------------------------------------------
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

Leitung: Dr.Andreas Archut
Medizinredakteurin: Dr. Inka Väth
Tel.: 0228/73-4727
Fax: 0228/73-7451
E-Mail: inka.vaeth@uni-bonn.de
Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn