Zwei Lebensretter von Nebenan
Ehepaar geht seit über 20 Jahren gemeinsam zur Blutspende




Zum Weltblutspendetag am 14. Juni 2013 ehrt das Bonner Universitätsklinikum 30 verdiente Blutspender, die seit mindestens zehn Jahren besonders regelmäßig spenden. Unter den Geehrten sind auch Roger und Sigrid B. Ein verheiratetes Paar, das bereits seit mehr als 20 Jahren regelmäßig auf dem Bonner Venusberg Blut spendet. Das Ehepaar B. steht stellvertretend für alle, die mit einer Spende Verletzten und Schwerkranken in Bonn und Umgebung helfen und Leben retten.

Damals in den 80er Jahren in der DDR ging Roger B. zum ersten Mal Blut spenden. „Ich hab immer wieder gehört, wie wichtig eine Blutspende ist und im Notfall Leben retten kann. Da wollte ich einfach helfen.“

Bei einem Unfall oder einer Krankheit kann eine Blutkonserve die entscheidende Wendung bringen. Blutkonserven verhindern nicht nur im akuten Notfall das Verbluten eines Unfallopfers, sondern unterstützen unter anderem auch die Behandlung von Krebspatienten und Frühgeborenen. Viele Operationen, wie beispielsweise in der Herzchirurgie, wären ohne Blutkonserven undenkbar. "Unser Klinikum, das die schwersten Fälle in der Region versorgt, leistet eine Hochleistungsmedizin, zu der auch die Versorgung mit Blutpräparaten zählt", sagt Prof. Dr. Johannes Oldenburg, Direktor des Instituts für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Bonn.

Doch obwohl zur Versorgung der Patienten Blutkonserven unbedingt notwendig sind, gibt es immer noch zu wenig Spenden. Zwar leisteten die Bürger im letzten Jahr fast 19.000 Blutspenden am Bonner Universitätsklinikum auf dem Venusberg, doch davon kann nur etwa die Hälfte des Bedarfs gedeckt werden. Der Rest muss über externe Dienste eingekauft werden. Manchmal suchen die Bonner Ärzte bundesweit nach einer für den Patienten verträglichen Blutkonserve.

Die Anfänge von Helden

Roger B. zog Anfang der 90er Jahre nach Troisdorf und spendete von Anfang an im Universitätsklinikum Bonn. Immer mit dabei ist seine Frau Sigrid. „Roger hat mich, als wir nach Bonn kamen, motiviert auch zu spenden.“ Seitdem ist die Blutspende beim Ehepaar fest im Terminkalender verankert. Beide spenden viermal im Jahr - und das seit nun mehr als 20 Jahren.

„Wir gehen immer gemeinsam hin. Dazu suchen wir einen Tag aus, an dem wir beide können. Das ist zwar manchmal schwer. Mit ein bisschen Planung hat es bisher aber immer geklappt.“

Die Ehrung für soziales Engagement

Für so viel Einsatz werden Roger und Sigrid B. jetzt vom Universitätsklinikum Bonn geehrt. „Wir waren sehr überrascht, als wir die Einladung in der Hand hatten. Für uns ist es zwar eine Selbstverständlichkeit, aber wir haben uns sehr gefreut, dass das Uni-Klinikum an uns gedacht hat.“ Das ist für Prof. Oldenburg einer der Gründe, warum der Blutspendedienst zum zweiten Mal diese Ehrung überreicht. „Wir wollen mit dieser Aktion auf die Bedeutung der Spender hinweisen. Sie scheuen keinen Aufwand, um bei uns zu spenden, dafür wollen wir uns bedanken. Ohne sie würde es ungemein schwieriger werden, Menschen in Not zu helfen.“

Die Sicherheit von Spender und Empfänger steht an erster Stelle

Obwohl das Ehepaar B. mittlerweile in Köln wohnt, spendet es weiterhin am Blutspendedienst auf dem Venusberg. Das ist ihnen die längere Anreise wert. „Wir fühlen uns hier einfach sicher und wohl. Das fängt an mit den süßen oder herzhaften Frühstücksbeuteln, die man nach der Spende bekommt, bis hin zum Gesundheitscheck. Außerdem sind alle hier sehr freundlich und kompetent.“

Die Sicherheit für Spender und Empfänger hat im Bonner Uni-Klinikum die oberste Priorität. Ein Gesundheitscheck vor jeder Spende und eine ärztliche Untersuchung entscheiden über die Spendefähigkeit. Die Blutspende wird von erfahrenem Personal unter Verwendung von Einwegmaterialien mit höchsten Ansprüchen an Sicherheit und Qualität abgenommen - hierzu gehört auch die Untersuchung auf Infektionen. „Aufgrund dieser Maßnahmen ist das Risiko sowohl für die Spender als auch für die Empfänger so niedrig wie möglich“, sagt Prof. Oldenburg.

Roger und Sigrid B. wollen weiter Blutspenden. „Solange wir noch fit und gesund sind. Wir sind froh, wenn mit unserem Blut Leben gerettet werden. Es müssten eigentlich viel mehr Leute spenden gehen, denn leichter kann man gar nicht helfen“, sind sich die beiden jetzt 50-Jährigen einig.

Kontakt:
Professor Dr. Johannes Oldenburg
Direktor des Institus für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5176
E-Mail: johannes.oldenburg@ukb.uni-bonn.de

Oberarzt Dr. Olaf Brinkhues
Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin
des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-6730
E-Mail: olaf.brinkhues@ukb.uni-bonn.de


Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Haben gemeinsam 80 Liter Blut gespendet:
Das Ehepaar Roger und Sigrid B. spendet seit über 20 Jahren am Universitätsklinikum Bonn.
© Rolf Müller / Medienzentrum UKB
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-142-2013/images/Bluspender-Ehrung-2.jpg
Haben gemeinsam 80 Liter Blut gespendet:
Das Ehepaar Roger und Sigrid B. spendet seit über 20 Jahren am Universitätsklinikum Bonn.
© Rolf Müller / Medienzentrum UKB
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-142-2013/images/Blutpender-Ehrung-1.jpg
Ehrung:
Seit mehr als zehn Jahren retten diese verdienten Persönlichkeiten Leben, indem sie am Universitätsklinikum Bonn regelmäßig Blut spenden.
© Rolf Müller / Medienzentrum UKB
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-142-2013/images/Gruppe-P-Blutspender-74077.jpg